Deutsche Tageszeitung - Microsoft schließt Onlinetelefonie-Pionier Skype

Microsoft schließt Onlinetelefonie-Pionier Skype


Microsoft schließt Onlinetelefonie-Pionier Skype
Microsoft schließt Onlinetelefonie-Pionier Skype / Foto: © AFP

Das US-Softwareunternehmen Microsoft schließt seinen Onlinetelefonie-Dienst Skype. "Ab Mai 2025 wird Skype nicht mehr verfügbar sein", erklärte Skype am Freitag im Onlinedienst X und wies die Nutzer an, sich bei der Microsoft-Besprechungsplattform Teams anzumelden. Microsoft hatte den Web-Anruf-Pionier 2011 für 8,5 Milliarden Dollar (rund 8,2 Milliarden Euro) gekauft.

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Skype galt Anfang der 2000er Jahre als Synonym für Videotelefonie über das Internet, bevor die Technologie sich allgemein verbreitete, Smartphones sich weiter verbreiteten und andere Dienste wie etwa Zoom auf den Markt kamen.

"Wir haben viel von Skype gelernt, (...) während wir Teams über die vergangenen sieben bis acht Jahre weiterentwickelt haben", erklärte Jeff Teper, Präsident von Microsoft 365, dem Sender CNBC. "Aber wir hatten das Gefühl, dass es nun an der Zeit ist (...) und wir schneller mehr Innovationen liefern können, indem wir uns auf Teams konzentrieren."

Während des Übergangs zu Teams würden die Skype-Gruppenchats weiter intakt bleiben, außerdem könnten Kontakte bei Skype innerhalb eines Zeitfensters von 60 Tagen auch mit über Teams versendeten Nachrichten kontaktiert werden, erklärte das Unternehmen.

Allerdings führt Microsoft eine große Änderung ein: Die Telefonat-Dienste von Skype werden entfernt, so dass keine normalen Telefon- oder Handynummern angerufen oder internationale Telefonate geführt werden können. Dem Technikportal "The Verge" gegenüber erklärte Microsoft, dass diese Dienste heute nicht mehr so relevant seien, da mobile Daten für das Handy weniger kosteten als früher.

Gegründet hatten Skype 2003 zwei Skandinavier in Estland, die zunächst Gratis-Telefonate zwischen Computern sowie günstige Anrufe auf Festnetz- und Mobiltelefone anboten. Später entwickelte sich Skype zum Anbieter von Videoanrufen und weiteren Diensten wie dem Versand von Daten. Bis 2005 hatten sich bei Skype bereits 50 Millionen Benutzer registriert.

Der Online-Auktionär Ebay kaufte Skype damals für etwa 2,6 Milliarden Dollar, verkaufte aber wiederum die Mehrheit der Anteile 2009 an eine Investorengruppe. Von dieser wiederum erwarb Microsoft den Dienst. 2016 zählte Skype etwa 300 Millionen Nutzer.

(O.Tatarinov--DTZ)

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