Deutsche Tageszeitung - Sorgen um den Welthandel und eine Ausweitung der Fördermenge: Ölpreis sinkt

Sorgen um den Welthandel und eine Ausweitung der Fördermenge: Ölpreis sinkt


Sorgen um den Welthandel und eine Ausweitung der Fördermenge: Ölpreis sinkt
Sorgen um den Welthandel und eine Ausweitung der Fördermenge: Ölpreis sinkt / Foto: © AFP/Archiv

Die Sorgen wegen der Folgen der US-Handelspolitik und eine wahrscheinliche Ausweitung der Fördermenge haben am Dienstag den Ölpreis weiter fallen lassen. Gegen Mittag kostete ein Barrel (119 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 70,58 Dollar (knapp 67 Euro) - das war der niedrigste Preis seit Oktober 2024. Ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im April kostete 67,55 Dollar.

Textgröße ändern:

Acht Ölförderländer - Saudi-Arabien, Russland, Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman - hatten am Montagabend angekündigt, sie würden wie im Dezember beschlossen ab April ihre tägliche Fördermenge "schrittweise und flexibel" um 2,2 Millionen Barrel ausweiten. Diese Ausweitung bleibe aber abhängig von den Marktbedingungen; eine Pause oder eine Abkehr von der Entscheidung sei möglich.

Die von US-Präsident Donald Trump verhängten und angedrohten Zölle sorgen zudem für Befürchtungen, der Welthandel könne darunter leiden - und damit die Nachfrage nach Öl. Das drückt den Ölpreis.

Saudi-Arabien stimmte der Ausweitung der Förderung zu, obwohl der staatliche Ölriese Aramco im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge weniger Gewinn machte. Der Überschuss sank 2024 um rund 12,4 Prozent im Vorjahresvergleich auf 1,06 Billionen Dollar (rund eine Billion Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Gründe seien ein Rückgang der verkauften Rohölmenge sowie Preisrückgänge für Rohöl und Raffinerieprodukte. Auch seien die Förderkosten gestiegen. Im Jahr 2022 hatte Aramco einen Rekordgewinn von über 1,6 Billionen Dollar gemacht.

Damals lag der Ölpreis wegen des Konjunkturbooms nach der Corona-Krise und wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zeitweise bei über 130 Dollar pro Barrel. Seitdem sank er auf um die 75 Dollar.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Chemiekonzern BASF hebt erneut Gewinnerwartung

Der deutsche Chemiekonzern BASF hat erneut seine Gewinnerwartung für 2026 hochgesetzt. Das Unternehmen geht nun von einem Überschuss von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro am Jahresende aus, wie es am Mittwoch mitteilte. Zuvor waren 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro prognostiziert. Die Ludwigshafener hatten im März infolge der US-israelischen Angriffe auf den Iran die Preise für viele Produkte erhöht.

Gewinnmarge von Mercedes' Autosparte im dritten Quartal fast halbiert

Die Gewinnmarge der Autosparte von Mercedes hat sich im dritten Quartal fast halbiert. Die bereinigte Umsatzrendite sackte von 4,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 2,5 Prozent ab, wie der Stuttgarter Autobauer am Mittwoch mitteilte. Als Gründe nannte er das wegbrechende China-Geschäft sowie Ausgaben für neue Produkte.

US-Notenbank verkündet Leitzinsentscheidung - Zinspause erwartet

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verkündet am Mittwoch ihre Leitzinsentscheidung (19.00 Uhr MEZ). Erwartet wird, dass die Fed den Leitzins dieses Mal unverändert lässt. Fed-Chef Kevin Warsh will die Entscheidung im Anschluss auf einer Pressekonferenz erläutern (19.30 Uhr MEZ).

Studie: Aufweichung von EU-Verbrenner-Aus könnte tausende Jobs kosten

Die geplante Aufweichung der strikten Vorgaben für Autos mit Verbrennermotor könnte einer Studie zufolge auf lange Sicht tausende Jobs in der EU kosten. Zwar würde eine weniger strenge Regulierung kurzfristig den Stellenabbau in der Verbrennungsmotorenproduktion bremsen, erklärte die Denkfabrik International Council on Clean Transportation (ICCT) am Mittwoch. Doch zugleich würde sich "das Beschäftigungswachstum in der Produktion von batterieelektrischen Fahrzeugen, der Batterieherstellung und dem Recycling sowie beim Aufbau und der Wartung der Ladeinfrastruktur verlangsamen".

Textgröße ändern: