Deutsche Tageszeitung - Trumps Zölle: Chinesische Händler auf einer Messe in Shanghai suchen Auswege

Trumps Zölle: Chinesische Händler auf einer Messe in Shanghai suchen Auswege


Trumps Zölle: Chinesische Händler auf einer Messe in Shanghai suchen Auswege
Trumps Zölle: Chinesische Händler auf einer Messe in Shanghai suchen Auswege / Foto: © AFP/Archiv

Auf Einfuhren aus China in die USA werden seit Dienstag zusätzliche Zölle in Höhe von 20 Prozent fällig - US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen wahrgemacht. Auf einer Messe in Shanghai präsentieren Stunden danach kleine und mittlere Unternehmen ihre Produkte für die Ausfuhr auch in die USA. Ihre Geschäfte werden nun leiden, da sind sich fast alle Händler sicher. Einige hoffen noch, dass Verhandlungen die Folgen mildern können.

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Am Stand der Firma Weiteng Geschenke türmen sich Kühlschrankmagnete und Schlüsselanhänger. Aufschriften wie "Red Rock Rave Las Vegas", "Colorado Crossroads" oder "West Texas Classic" machen deutlich, wohin die Produkte verkauft werden. 70 Prozent der Weiteng-Waren gehen bislang in die USA. Im Januar und Februar sei der Absatz schon um 15 Prozent im Vorjahresvergleich gesunken, sagt Firmenvertreter Andy Dai.

Er sei schon "ein bisschen beunruhigt" wegen der von Trump verhängten zusätzlichen Zölle. "Aber ich kann nichts machen." Die Firma versuche schon, mehr Waren innerhalb Chinas zu verkaufen. "Aber unsere wichtigsten Märkte sind Europa und die USA - also verteilen wir uns auf alle Märkte, um das Risiko zu streuen", sagt Dai.

Esther Ma arbeitet für eine Logistikfirma, Kunden sind etwa die Onlinehändler Shein, Temu und Amazon. Auch sie sagt, ihre Kunden wollten nun ihre Präsenz auf anderen Märkten verstärken, etwa in Asien oder in Ländern, die zu Chinas Infrastrukturprojekt Neue Seidenstraße gehören.

Eine Verkäuferin an einem Stand für bunte Bikinis und pailettenbesetzte Partyoutfits erzählt ebenso, ihre Firma wolle künftig mehr in Europa verkaufen, um die Einnahmeausfälle in den USA auszugleichen.

Jin Ziqin, Verkäufer für Reinigungsprodukte, gibt sich dagegen demonstrativ gelassen. "Wir exportieren in viele Länder, die USA sind nur eins davon", sagt er. "Dieser neue Handelskrieg? Wir sind doch schon die ganze Zeit in einem Handelskrieg. China hat mehrere Wege, darauf zu reagieren." Tatsächlich verhängte Peking am Dienstag umgehend Zölle in Höhe von zehn bis 15 Prozentpunkten auf eine Reihe landwirtschaftlicher Produkte aus den USA.

Andy Dai von Weiteng Geschenke gibt zu bedenken: "Wenn wir mit dem Hin und Her weitermachen, wird das weiter eskalieren." Er plädiere für "Dialog und Verhandlungen". So könnten beide Regierungen ihre Handelsstreitigkeiten doch verringern.

(W.Uljanov--DTZ)

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