Deutsche Tageszeitung - Trumps Zölle: Auch Dollar und US-Börsen schwächeln

Trumps Zölle: Auch Dollar und US-Börsen schwächeln


Trumps Zölle: Auch Dollar und US-Börsen schwächeln
Trumps Zölle: Auch Dollar und US-Börsen schwächeln / Foto: © AFP

Die Kurse an den US-Börsen und des Dollar sind am Dienstag infolge neuer US-Zölle gesunken. Gegen Mittag wurde die US-Währung in London im Vergleich zum Euro 0,32 Prozent niedriger gehandelt als zu Handelsbeginn. Bei Handelsbeginn an der Wall Street sackte der US-Aktienindex S&P 500 um 1,1 Prozent ab. Mit 5785,57 Punkten notierte der Index niedriger als am 6. November, am Tag nach Donald Trumps Wahlsieg.

Textgröße ändern:

Auch der Dow Jones sackte mit Handelsbeginn um 1,1 Prozent auf 42.712,06 Zähler ab. Der Tech-Index Nasdaq verlor 1,2 Prozent. "Aufgrund der Ungewissheit im Zusammenhang mit den Zöllen hat der Aktienmarkt die Gewinne aus dem 'Trump-Bump' nach den Präsidentschaftswahlen wieder eingebüßt", erklärte Gustavo Flores-Macias von der Cornell University.

Der Dollar büßte nicht nur im Vergleich zum Euro ein. Relativ zum sogenannten Dollar-Index, der mehrere große andere Währungen kombiniert, war die US-Währung rund 0,4 Prozent im Minus.

Bei früheren Zollankündigungen von Präsident Trump hatte der Dollar jeweils zum Höhenflug angesetzt. Doch die potenziell positive Wirkung der Zölle auf den Dollar hänge von einem "starken Wachstum der US-Wirtschaft ab", erklärte der Commerzbank-Analyst Michael Pfister. "Zunehmende Inflationsrisiken aufgrund der Zölle" und weitere negative Effekte für die US-Wirtschaft überwögen nun jedoch.

Die von Trump bereits Anfang Februar angekündigten Zölle auf Einfuhren aus den US-Nachbarländern Mexiko und Kanada waren in der Nacht zum Dienstag in Kraft getreten. Auch weitere zusätzliche Aufschläge auf Importe aus China in die USA werden nun fällig. Trump drohte zudem mit weiteren Zöllen auf landwirtschaftliche Produkte, auf Stahl und Aluminium und weitere Produkte.

Die Frage ist, "ob Trump nicht zu viele Fronten auf einmal eröffnet und ob die US-Wirtschaft alles verkraften kann", erklärte Pfister. Der Markt scheint die jüngsten Ankündigungen "wegen der schwächeren Wachstumsaussichten" für zu viel zu halten, erklärte Ipek Ozkardeskaya, Analystin bei der Swissquote Bank.

An den anderen großen Handelsplätzen weltweit fiel der Kurzsturz noch stärker aus. Der französische Leitindex CAC40 lag am Nachmittag rund zwei Prozent im Minus, der Dax verlor mehr als drei Prozent. Ählich sah es an der Mailänder und der Londonder Börse aus. Die Anleger "fühlen sich zutiefst unwohl mit der neuen Weltordnung von Präsident Trump", stellte Kathleen Brooks, Analystin bei XTB, fest.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Stimmung der Unternehmen in Deutschland im Juli verbessert

Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich im Juli den dritten Monat in Folge verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte von 85,7 Punkten im Juni auf 86,6 Punkte zu, wie das Münchener Institut am Montag mitteilte. Spürbar verbesserten sich die Erwartungen der befragten Unternehmen für die kommenden Monate, mit den laufenden Geschäften waren sie dagegen unter dem Strich etwas weniger zufrieden.

Dritte Nacht ohne Angriffe am Golf: Ölpreise fallen wegen Hoffnung auf Entspannung

Nach der dritten Nacht ohne Angriffe am Persischen Golf sind die Ölpreise zu Handelsbeginn am Montag deutlich gefallen. Seit Freitagabend wurden keine US-Luftangriffe im Iran gemeldet. Der Iran seinerseits sah von Angriffen auf mit Washington verbündete Nachbarn am Golf ab. Der Ölpreis sackte um rund fünf Prozent ab, auf rund 92 Dollar für ein Barrel der Nordseesorte Brent. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich noch etwas stärker auf gut 84 Dollar.

Chinas Chiphersteller CXMT steigt zum wertvollsten Unternehmen des Landes auf

Der chinesische Chiphersteller CXMT ist mit seinem Börsengang zum wertvollsten Unternehmen des Landes aufgestiegen. Die Aktie legte zum Handelsbeginn am Montag um mehr als 500 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung des Konzerns stieg so auf 3,65 Billionen Yuan (472,6 Milliarden Euro). CXMT löste damit die Großbank ICBC als wertvollstes Unternehmen in Festlandchina ab.

Zwei Nächte in Folge keine US-Angriffe im Iran: Teheran stoppt seine Attacken

Im Krieg mit dem Iran hat das US-Militär zwei Nächte in Folge keine Ziele mehr in dem Land angegriffen. Die iranische Armee kündigte daraufhin am Sonntag an, ihre Attacken in der Region ebenfalls einzustellen. Die für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport wichtige Straße von Hormus ist dagegen weiter umkämpft. Auseinandersetzungen gab es auch zwischen der jemenitischen Huthi-Miliz und Saudi-Arabien.

Textgröße ändern: