Deutsche Tageszeitung - Erneute Insolvenz bei Modehersteller Gerry Weber - Suche nach Investor

Erneute Insolvenz bei Modehersteller Gerry Weber - Suche nach Investor


Erneute Insolvenz bei Modehersteller Gerry Weber - Suche nach Investor
Erneute Insolvenz bei Modehersteller Gerry Weber - Suche nach Investor / Foto: © AFP/Archiv

Der ostwestfälische Modehersteller Gerry Weber hat zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. Wie das Unternehmen in Halle/Westfalen am Dienstag mitteilte, stellte die Muttergesellschaft Gerry Weber International Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung, das Amtsgericht Bielefeld stimmte dem zu. Nun wird ein neuer Investor gesucht.

Textgröße ändern:

Als Chef-Sanierer wird dem Unternehmen zufolge der Rechtsanwalt Christian Gerloff berufen. Dieser begleitete zuvor bereits die Modeunternehmen Escada und Adler durch die Insolvenz und kennt auch Gerry Weber aus einem früheren Verfahren.

Grund für die erneute Pleite ist laut Gerloff unter anderem das "schwache Konsumklima in Deutschland und anderen Teilen Europas". "Um eine solche Kumulation von unerwarteten Krisenfaktoren finanziell zu kompensieren, hat das Unternehmen noch nicht genug Speck angesetzt", erklärte er. Als Sachverwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Lucas Flöther.

Das Geschäft von Gerry Weber soll zunächst "ohne Einschränkung" weiter laufen. Gleichzeitig soll ein möglicher Käufer gefunden werden. "Wichtig ist, dass der Investorenprozess straff geführt wird, um schnellstmöglich Klarheit für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu schaffen", erklärte Gerloff.

Anfang 2019 musste Gerry Weber bereits einmal Insolvenz anmelden, britische Investoren übernahmen damals das Unternehmen. 2023 kämpfte der Modehersteller erneut ums Überleben, abermals wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Gerry Weber International ist Mutterkonzern der drei Marken, Gerry Weber, Taifun und Samoon und verkauft seine Mode eigenen Angaben zufolge in 66 Ländern. Den Markennamen Gerry Weber gibt es seit 1986, die Tochtermarke Taifun seit 1989. Der Konzern betreibt 148 eigene Läden weltweit.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Italienische Feministin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot

Sie galt als radikale Feministin und war eine der beliebtesten Politikerinnen ihres Landes - nun ist die Italienerin Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben. Das gab die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag auf Facebook bekannt. Bonino kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und setzte sich zeitlebens für humanitäre Belange ein. Sie war Außenministerin und EU-Kommissarin. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola würdigten die Verdienste Boninos.

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Paris rechnet erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent

Frankreich rechnet im laufenden Jahr erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent. Das ursprüngliche Ziel von fünf Prozent einzuhalten, sei "nicht mehr möglich", sagte Wirtschaftsminister Roland Lescure am Freitag in Paris. Im Vorjahr hatte das Defizit bei 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen. Zudem senkte Frankreich zum dritten Mal seit Jahresbeginn seine Wachstumsprognose weiter ab, von zuletzt 0,7 Prozent auf nun 0,5 Prozent. Für das kommende Jahr werde ein Wachstum in Höhe von einem Prozent erwartet, erklärte Lescure.

Bas bekennt sich zu Rentenreform - und verspricht "Vertrauensschutz"

Klares Ja zur Rentenreform, aber nicht zu Lasten langjährig Beschäftigter: Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat sich im Bundestag zur grundlegenden Neuausrichtung der gesetzlichen Altersvorsorge bekannt. Zugleich trat sie am Freitag im Bundestag Befürchtungen wegen einer möglichen Abschaffung der "Rente mit 63" entgegen: Hier werde es einen "Vertrauensschutz" geben. Während die Union die entschlossene Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission anmahnte, warf die Opposition der Bundesregierung eine Politik der sozialen Kälte vor.

Textgröße ändern: