Deutsche Tageszeitung - Neuer Chef für kriselnden US-Chiphersteller Intel - der vierte in sieben Jahren

Neuer Chef für kriselnden US-Chiphersteller Intel - der vierte in sieben Jahren


Neuer Chef für kriselnden US-Chiphersteller Intel - der vierte in sieben Jahren
Neuer Chef für kriselnden US-Chiphersteller Intel - der vierte in sieben Jahren / Foto: © AFP

Der kriselnde US-Chiphersteller Intel hat nach wochenlanger Suche einen neuen Chef ernannt: Lip-Bu Tan, ehemaliger Chef des Software-Unternehmens Cadence Design Systems und ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats von Intel. Der 65-Jährige soll sein Amt am 18. März antreten, wie Intel am Mittwoch mitteilte. Tan ist der vierte Chef in sieben Jahren. Intel hinkt vor allem beim Bau von Chips für Künstliche Intelligenz (KI) hinterher.

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Tan löst Pat Gelsinger ab, der im Dezember auf Druck des Aufsichtsrats zurückgetreten war. Die Nachricht von Tans Ernennung sorgte für einen Kurssprung von über zehn Prozent im elektronischen Handel an der Wall Street.

Intel hatte lange den Halbleitermarkt dominiert, kämpft aber bereits seit Jahren mit Problemen. Mittlerweile sind TSMC aus Taiwan und Samsung aus Südkorea führend in der Branche. Überrascht wurde Intel vom Aufstieg von Nvidia: Das Unternehmen war als Grafikkarten-Spezialist gestartet und bestimmt mittlerweile das Geschäft mit Chips für KI.

Gelsinger hatte Intel ab 2021 umorganisiert; das Unternehmen sollte auch als Auftragsfertiger für andere Chiphersteller Geld verdienen. Dazu wollte Intel auch neue riesige Fabriken bauen - doch das Projekt in Magdeburg wurde um zwei Jahre aufgeschoben, der Bau von zwei Fabriken im US-Bundesstaat Ohio um mehrere Jahre. Dort sollte die Produktion eigentlich in diesem Jahr starten, nun werden die Jahre 2030 und 2031 genannt.

Im vergangenen Jahr machte Intel einen Verlust von 18,8 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro). Im November kündigte der Konzern die Streichung von 15 Prozent seiner Stellen an, es sind mehr als 15.000.

Tan erklärte am Mittwoch, er bewundere Intel seit langem. Doch "vergangene Erfolge lassen nicht auf künftige Erfolge schließen". Das Tempo des Wandels nehme zu, der Wettbewerb sei hart.

"In den Bereichen, in denen wir hinter der Konkurrenz liegen, müssen wir kalkulierte Risiken eingehen, um uns abzuheben und um einen Sprung nach vorn zu machen", kündigte Tan an. In Bereichen, in denen der Fortschritt "langsamer als erwartet war", müsse Intel Wege finden, das Tempo zu erhöhen.

(V.Korablyov--DTZ)

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