Deutsche Tageszeitung - Chinas Wirtschaft: Konjunkturindikatoren zu Jahresbeginn uneinheitlich

Chinas Wirtschaft: Konjunkturindikatoren zu Jahresbeginn uneinheitlich


Chinas Wirtschaft: Konjunkturindikatoren zu Jahresbeginn uneinheitlich
Chinas Wirtschaft: Konjunkturindikatoren zu Jahresbeginn uneinheitlich / Foto: © AFP

Chinas Wirtschaft ist auch zu Jahresbeginn nicht recht in Schwung gekommen. Neben einigen positiven Signalen gab es im Januar und Februar auch negative Entwicklungen, wie am Montag veröffentlichte Daten des chinesischen Statistikamts zeigen. So legten Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion in den zwei Monaten zu, die Arbeitslosigkeit in den Städten des Landes allerdings stieg im Februar auf den höchsten Stand seit zwei Jahren, und die Immobilienpreise in den meisten Städten sanken.

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Das Statistikamt fasst die Werte von Januar und Februar stets zusammen, um große Abweichungen wegen der Ferien im Land zum Neujahrsfest auszugleichen. Demnach stieg der Umsatz im Einzelhandel in den zwei Monaten um 4,0 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Industrieproduktion wuchs um 5,9 Prozent; das war allerdings etwas schwächer als im Dezember mit 6,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote in den Städten lag im Februar bei 5,4 Prozent, eine Zunahme um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Januar. Auch der vom Statistikamt erhobene Preisindex im Immobiliensektor sank - in 68 von 70 erfassten großen und mittelgroßen Städten des Landes gingen die Preise für neue Immobilien im Februar im Vorjahresvergleich zurück.

Die Erholung der Wirtschaft kommt seit Ende der strikten Corona-Maßnahmen in China nicht recht voran. Das hat vor allem mit einer schweren Krise des Immobiliensektors zu tun, die auch zur Schwäche des inländischen Konsums beiträgt. 2024 war das chinesische Bruttoinlandsprodukt offiziellen Angaben zufolge um 5,0 Prozent gewachsen. Das ist mit Ausnahme der Pandemie-Jahre die schwächste Wachstumsrate seit Jahrzehnten. Am Sonntag hatte die Regierung einen weiteren Aktionsplan zur Stärkung des Konsums angekündigt; er enthält Reformen im Immobiliensektor sowie Subventionen für die Kinderbetreuung.

Hinzu kommen die geopolitischen Spannungen mit den USA. US-Präsident Donald Trump hat die Zölle auf alle Produkte aus China seit seinem Amtsantritt auf 20 Prozent erhöht; Peking reagierte mit Gegenzöllen. "Das internationale Umfeld wird komplexer und schwieriger", sagte der Sprecher des Statistikamtes, Fu Linghui, am Montag. "Aber der allgemeine Trend zur internationalen Zusammenarbeit und zu gemeinsamen Vorteilen wird sich nicht ändern."

(Y.Ignatiev--DTZ)

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