Deutsche Tageszeitung - Onlineportal für Klagen von Flugreisenden gestartet

Onlineportal für Klagen von Flugreisenden gestartet


Onlineportal für Klagen von Flugreisenden gestartet
Onlineportal für Klagen von Flugreisenden gestartet / Foto: © GETTY/AFP/Archiv

Das Bundesjustizministerium hat ein neues Onlineportal für Klagen wegen Flugverspätungen und -ausfällen gestartet. Auf der Plattform sollen Reisende über einen Vorab-Check herausfinden können, ob Anspruch auf eine Entschädigungszahlung besteht und wie hoch diese ausfallen könnte, erklärte das Ministerium am Donnerstag. Sollte es mit der Airline keine Einigung über eine Entschädigung geben, kann zudem online eine Klage erstellt werden.

Textgröße ändern:

In der Regel können Reisende ihre Fluggesellschaft im Falle von Verspätungen oder Flugausfällen direkt kontaktieren. Oftmals fließen dann bereits Entschädigungszahlungen an Betroffene. Sollten die aber ausbleiben und auch andere Mittel, wie eine Schlichtung, scheitern, haben Reisende die Möglichkeit ihre Rechte mit einer Klage geltend zu machen.

Einreichen können betroffene Reisende ihre Klage online bei sieben Gerichten, die sich in der Nähe größerer Flughäfen befinden. Digitale Klagen sind demnach an den Amtsgerichten in Bremen, Düsseldorf, Erding, Frankfurt am Main, Hamburg, Königs Wusterhausen und Nürtingen möglich. Dafür muss jedoch ein Konto beim Portal "Mein Justizpostfach" angelegt werden, wofür ein Online-Ausweis und die BundID nötig sind.

Fällt ein Flug aus, haben Reisende oftmals Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Außerdem können unter Umständen weitere Kosten wie Verpflegung, Transfer oder Übernachtungen anfallen, für die dann ebenfalls die Airline aufkommen muss. Einen Anspruch könnte es laut Bundesjustizministerium zum Beispiel bei einer Verspätung am Zielflughafen von über drei Stunden, einer Annullierung weniger als 14 Tage vor dem Abflug oder bei einer Überbuchung geben.

In etwa zehn Minuten sollen Betroffene über das neue Portal erfahren, ob das bei ihnen der Fall ist. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich auch nach der Entfernung der Reise und kann bis zu 600 Euro betragen. Im Erfolgsfall bekommen Betroffene die entsprechende Summe ausgezahlt, bei Misserfolg allerdings müssen sie die Gerichtskosten und die Anwaltskosten der Gegenseite tragen.

"Mit dem Onlinedienst für Fluggastrechte gehen wir einen großen Schritt auf dem Weg zum digitalen Rechtsstaat der Zukunft", erklärte Bundesjustizminister Volker Wissing. Das Pilotprojekt werde dabei helfen, den Rechtsstaat in Zukunft weiter zu digitalisieren.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Seoul: Nordkorea feuert ballistische Raketen ab

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Die Raketen seien am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) in der Region der nordkoreanischen Stadt Wonsan gestartet und rund 250 Kilometer weit geflogen, erklärte der südkoreanische Generalstab. Südkorea und die USA hätten sich über die Raketenstarts ausgetauscht und auch Japan informiert.

Italienische Feministin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot

Sie galt als radikale Feministin und war eine der beliebtesten Politikerinnen ihres Landes - nun ist die Italienerin Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben. Das gab die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag auf Facebook bekannt. Bonino kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und setzte sich zeitlebens für humanitäre Belange ein. Sie war Außenministerin und EU-Kommissarin. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola würdigten die Verdienste Boninos.

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Paris rechnet erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent

Frankreich rechnet im laufenden Jahr erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent. Das ursprüngliche Ziel von fünf Prozent einzuhalten, sei "nicht mehr möglich", sagte Wirtschaftsminister Roland Lescure am Freitag in Paris. Im Vorjahr hatte das Defizit bei 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen. Zudem senkte Frankreich zum dritten Mal seit Jahresbeginn seine Wachstumsprognose weiter ab, von zuletzt 0,7 Prozent auf nun 0,5 Prozent. Für das kommende Jahr werde ein Wachstum in Höhe von einem Prozent erwartet, erklärte Lescure.

Textgröße ändern: