Deutsche Tageszeitung - Anteil von Frauen an Startup-Gründungen auf rund 19 Prozent zurückgegangen

Anteil von Frauen an Startup-Gründungen auf rund 19 Prozent zurückgegangen


Anteil von Frauen an Startup-Gründungen auf rund 19 Prozent zurückgegangen
Anteil von Frauen an Startup-Gründungen auf rund 19 Prozent zurückgegangen / Foto: © AFP

Der Anteil von Frauen an Startup-Gründungen in Deutschland ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr gesunken. Wie die Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh am Mittwoch mitteilte, sank der Anteil von 20,7 Prozent in 2023 auf 18,8 Prozent. Gründe dafür sind demnach Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und fehlende Zugänge zu Netzwerken.

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Traditionelle Rollenbilder beeinflussen laut Bertelsmann-Stiftung schon früh die Karrierewege junger Menschen. Einer Umfrage des Startup-Verbandes Deutschland im Auftrag der Stiftung zufolge beschließen rund zwei Drittel der Gründer bereits als Jugendliche oder im Studium die Gründung. Bei Frauen sind es mit 43 Prozent deutlich weniger.

Frauen fehle es an Vorbildern, "das Bildungssystem bricht bestehende Muster nicht ausreichend auf", erklärte die Bertelsmann-Stiftung. Frauen streben laut der Umfrage zu 60 Prozent einen sicheren Arbeitsplatz an. Bei den Männern sind es mit 32 Prozent deutlich weniger. "Das zeigt, wie gesellschaftliche Erwartungen das Risikobewusstsein von Frauen und Männern unterschiedlich prägen" und führe dazu, dass Frauen seltener früh ein Startup gründen.

"Es wird deutlich, dass Unternehmertum nicht am fehlenden Interesse scheitert – sondern an Rahmenbedingungen, die erst später in der Laufbahn zur Selbstständigkeit ermutigen", erklärte Jennifer Eschweiler, Gründungsexpertin der Stiftung. Viele Frauen (87 Prozent) sehen die Lücke bei den Startup-Gründungen als Problem, ihre männlichen Kollegen nur zu rund der Hälfte.

Ein Hindernis für Gründungen ist der Studie zufolge oftmals auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Oftmals fallen Familien- und Startup-Gründung zeitlich zusammen. Frauen leisten indes immer noch einen Großteil der sogenannten Care-Arbeit. 81 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer sehen hier den wichtigsten Hebel zur Erhöhung des Frauenanteils.

Der Studie zufolge ist das kein rein deutsches Problem. Der Anteil der Frauen weltweit an Startup-Gründungen beträgt demnach um die 20 Prozent.

In anderen Bereichen ist der Anteil auch in Deutschland höher. So lag die Frauenquote an den Existenzgründungen 2023 insgesamt bei 44 Prozent. Es gehe beim Thema Startups also um spezifische Hürden und Herausforderungen.

Für die Studie befragte der Startup-Verband Deutschland nach eigener Aussage gut 1800 Unternehmerinnen und Unternehmer und etwa 1000 Studierende.

(P.Hansen--DTZ)

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