Deutsche Tageszeitung - Auftragseingang für Industriefirmen im Februar weitgehend stabil

Auftragseingang für Industriefirmen im Februar weitgehend stabil


Auftragseingang für Industriefirmen im Februar weitgehend stabil
Auftragseingang für Industriefirmen im Februar weitgehend stabil / Foto: © AFP

Die Auftragslage für die deutsche Industrie ist im Februar weitgehend stabil geblieben. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Einen deutlichen Einfluss auf die Ordereingänge der Firmen hatten demnach erneut Großaufträge: Bleiben diese unberücksichtigt, sank der Auftragseingang dem Bundesamt zufolge im Februar um 0,2 Prozent.

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Die Statistiker verwiesen zudem auf sehr unterschiedliche Entwicklungen in den Wirtschaftszweigen: So gingen die Aufträge in der Herstellung von Metallerzeugnissen saison- und kalenderbereinigt um 7,4 Prozent zurück. In der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen gab es ein Minus von 5,3 Prozent, in der Pharmaindustrie ein Minus von 5,9 Prozent.

Positiv wirkten sich laut Bundesamt hingegen die gestiegenen Auftragseingänge im Maschinenbau mit plus 3,4 Prozent und im Sonstigen Fahrzeugbau, der Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge umfasst, mit plus 3,8 Prozent aus. Auch in der Automobilindustrie gingen den Angaben nach 0,6 Prozent mehr Aufträge ein.

Wie die Statistiker weiter mitteilten, kletterten die Aufträge aus dem Ausland im Februar um 0,8 Prozent, vor allem aus Ländern außerhalb der Eurozone gingen mit einem Plus von 3,4 Prozent mehr Bestellungen ein. Hingegen sank der Auftragseingang aus der Eurozone um 3,0 Prozent. Die Aufträge aus dem Inland nahmen um 1,2 Prozent ab.

Den deutlichen Effket von Großaufträgen zeigt auch der weniger volatile Dreimonatsvergleich: Der Auftragseingang von Dezember 2024 bis Februar 2025 sank den Daten nach im Vergleich zu den drei Monaten zuvor um 1,6 Prozent. Ohne Großaufträge hingegen sei er er um 0,4 Prozent gestiegen, hieß es.

"Die Nachfrage im Verarbeitenden Gewerbe blieb in der Tendenz abwärtsgerichtet, auch wenn sich zuletzt eine gewisse Stabilisierung abzeichnet", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Die Stimmung habe sich den jüngsten Umfragen zufolge verbessert, doch trotz stünden "einer nachhaltigen Stimmungsaufhellung Risiken durch die jüngsten Entscheidungen in der US-Handelspolitik entgegen".

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch neue Zölle für Handelspartner weltweit verhängt, die in den kommenden Tagen in Kraft treten sollen. Importe aus der Europäischen Union werden demnach mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer verwies ebenfalls auf die Zölle als Unsicherheitsfaktor. "Die Konjunktur verharrt im Keller", erklärte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen. "Neben der gesunkenen Wettbewerbsfähigkeit drücken große wirtschaftspolitische Unsicherheiten die Bestellungen. Im Ausland herrscht aktuell größte Verunsicherung aufgrund der aggressiven Zollpolitik der US-Administration."

Diese Verunsicherung schlage sich im Ordereingang der deutschen Industrie nieder, fuhr Zenzen fort. In Deutschland blieben die Unternehmen ebenfalls vorsichtig, "bis wieder mehr Klarheit über den langfristigen wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland besteht".

Das Bundesamt revidierte unterdessen sein Ergebnis für den Auftragseingang im Januar: Demnach ging der Auftragseingang gegenüber Dezember um 5,5 Prozent zurück - nach vorläufigen Angaben hatten die Statistiker zuvor einen Rückgang von 7,0 Prozent gemeldet.

(B.Izyumov--DTZ)

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