Deutsche Tageszeitung - "Insiderhandel": Untersuchung zu Trump-Post vor Zollwende gefordert

"Insiderhandel": Untersuchung zu Trump-Post vor Zollwende gefordert


"Insiderhandel": Untersuchung zu Trump-Post vor Zollwende gefordert
"Insiderhandel": Untersuchung zu Trump-Post vor Zollwende gefordert / Foto: © AFP

Nach der Zollwende von US-Präsident Donald Trump und den folgenden Börsengewinnen an der Wall Street sind Vorwürfe des "Insiderhandels" laut geworden. Vor allem Politiker der Demokratischen Partei sprachen am Mittwoch (Ortszeit) im Onlinedienst X von einem "Skandal" und forderten eine unabhängige Untersuchung. Der Kursanstieg dauerte nicht lange an. Am Donnerstag eröffnete die New Yorker Börse wieder im Minus.

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Grund für die Vorwürfe ist ein Trump-Post wenige Minuten nach Öffnung der New Yorker Börse am Mittwoch. Der Präsident schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social, es sei ein "großartiger Zeitpunkt", Aktien zu kaufen. Nur Stunden später senkte er die Zölle für die EU und viele andere Handelspartner für 90 Tage auf den Mindestsatz von zehn Prozent. An den Börsen führte die zu einem deutlichen Aufschwung.

Der demokratische Senator Chris Murphy sprach auf X von einem "Insiderhandels-Skandal". Trumps Tweet zeige, dass er seinen eigenen Leuten vorab einen Hinweis zum Geldmachen gegeben habe. Senator Adam Schiff - ebenfalls von der Demokratischen Partei - forderte eine Untersuchung und fragte auf X: "Wer in der Regierung wusste von Trumps Kurswechsel bei den Zöllen im Voraus? Hat jemand Aktien gekauft oder verkauft und auf Kosten der Öffentlichkeit profitiert?"

Auch die demokratischen Mitglieder des Ausschusses für Finanzdienstleistungen im Repräsentantenhaus kritisierten das Vorgehen des US-Präsidenten scharf. Trump sei "buchstäblich in das größte Marktmanipulationsprogramm der Welt" verwickelt, erklärten sie auf X.

Grund für eine Untersuchung sieht auch der ehemalige Anwalt des Weißen Hauses unter dem republikanischen US-Präsidenten George W. Bush, Richard Painter: "Präsidenten sind keine Anlageberater", sagte Painter dem Sender NBC. Der Präsident könnte sich deshalb mit dem Vorwurf der Manipulation konfrontiert sehen.

Das Weiße Haus erklärte, Trump habe die Öffentlichkeit lediglich "beruhigen" wollen. Es liege in der Verantwortung des Präsidenten, dies "angesichts der ständigen Panikmache der Medien" zu tun, sagte Sprecher Kush Desai der "Washington Post".

Die Erleichterung über die Zollwende dauerte an der New Yorker Börse nicht lange an. Am Donnerstag verzeichneten alle wichtigen Indizes zunächst wieder Verluste. Der Dow Jones gab um 1,8 Prozent nach, der technologielastige Nasdaq war sogar um 2,8 Prozent im Minus.

(P.Hansen--DTZ)

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