Deutsche Tageszeitung - Lagarde: Einfluss der US-Zollpolitik auf die Inflation noch nicht absehbar

Lagarde: Einfluss der US-Zollpolitik auf die Inflation noch nicht absehbar


Lagarde: Einfluss der US-Zollpolitik auf die Inflation noch nicht absehbar
Lagarde: Einfluss der US-Zollpolitik auf die Inflation noch nicht absehbar / Foto: © AFP

Der Einfluss der US-Zollpolitik auf die Inflation in Europa ist nach Ansicht der Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit noch nicht absehbar. "Der Nettoeffekt auf die Inflation wird im Laufe der Zeit deutlicher werden", sagte Christine Lagarde am Donnerstag nach der Leitzinsentscheidung der EZB in Frankfurt am Main. Die aktuelle Lage sei mit einer hohen Unsicherheit behaftet.

Textgröße ändern:

Auf die wirtschaftliche Entwicklung habe die erratische Zollpolitik der USA einen negativen Effekt. "Wir können davon ausgehen, dass sie einen gewissen Einfluss auf das Wachstum haben wird", sagte Lagarde. Sie sprach von einer "großen Eskalation" des globalen Handelskonflikts. Der Einfluss auf die Inflation müsse sich aber erst noch zeigen.

Die EZB senkte am Donnerstag zum siebten Mal seit dem vergangenen Sommer ihre drei Leitzinsen. Der zentrale Einlagenzins liegt damit zukünftig bei 2,25 Prozent. Auch eine Zinspause schien vorab nicht ausgeschlossen. Vor "einigen Wochen" hätten eine bestimmte Anzahl Mitglieder des EZB-Rats womöglich noch "für eine Pause" gestimmt, sagte Lagarde.

In der Zwischenzeit jedoch sorgte US-Präsident Donald Trump mit seinen Zöllen inklusive Kehrtwende für ein Einbrechen der Börsen und große Unsicherheit in der Wirtschaft. Die Entscheidung des Rats am Donnerstag fiel nach Angaben Lagardes einstimmig.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Mercedes senkt Gewinnerwartung wegen weiter wegbrechenden China-Geschäfts

Der Autokonzern Mercedes hat seine Umsatz- und Gewinnerwartung für 2026 wegen des weiter wegbrechenden China-Geschäfts abgesenkt. Der Stuttgarter Autobauer erwartet nun nur noch eine Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent, wie er am Dienstag mitteilte. Bislang war er von drei bis fünf Prozent ausgegangen. Beim Vorsteuergewinn geht Mercedes von einem Ergebnis wie im Vorjahr aus, zuvor war eine deutliche Verbesserung prognostiziert.

Dieselskandal: Weitere Verfahren gegen VW-Manager beginnen im November

Mehr als elf Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals bei Volkswagen beginnen am Landgericht Braunschweig zwei weitere Betrugsverfahren gegen ehemalige Mitarbeiter des Autokonzerns. Ab dem 2. November stehen drei VW-Führungskräfte vor Gericht, am 24. November beginnt ein weiteres Strafverfahren gegen sieben Angeklagte, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. In beiden Prozessen (Aktenzeichen: 18 KLs 411 Js 19442/19 und 17 KLs 411 Js 48593/20) sind jeweils mehr als 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 angesetzt.

Merz wirbt in Singapur für Investitionsstandorte Deutschland und Europa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat zu Beginn seiner Asienreise in Singapur für Deutschland und Europa als Investitionsstandort geworben. Er könne "alle Sorgen zerstreuen, dass es Unsicherheiten in Europa gibt", sagte Merz am Dienstag nach einem Treffen mit Singapurs Premierminister Lawrence Wong. "Mit der von mir geführten Bundesregierung werden die Investitionsmöglichkeiten auch kontinuierlich verbessert", fügte Merz hinzu.

EU-Länder wollen mehr Spielraum bei Vergabe europäischer Agrargelder

Die 27 EU-Länder haben mehr nationalen Spielraum bei der Vergabe der europäischen Milliardensubventionen für die Landwirtschaft gefordert. Die EU-Agrarminister einigten sich am späten Montagabend in Luxemburg auf eine gemeinsame Verhandlungslinie, mit der sie sich für die "nötige Flexibilität" aussprechen, um EU-Ziele an regionale Unterschiede anzupassen. Dabei geht es unter anderem um Umweltauflagen und darum, wer Fördergelder beziehen kann.

Textgröße ändern: