Deutsche Tageszeitung - Ifo-Präsident Fuest fordert erneut Streichung von Feiertag

Ifo-Präsident Fuest fordert erneut Streichung von Feiertag


Ifo-Präsident Fuest fordert erneut Streichung von Feiertag
Ifo-Präsident Fuest fordert erneut Streichung von Feiertag / Foto: © AFP

Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat sich erneut für die Streichung eines Feiertags ausgesprochen. Der Verzicht sei nötig, um neue Anstrengungen für Verteidigung und Infrastruktur zu ermöglichen, erklärte Fuest am Freitag. "Wenn nicht mehr Arbeitskraft zur Verfügung steht als bisher, werden diese Ausgabenprogramme dazu führen, dass die Umsetzung der Investitionen verzögert wird und Arbeitskräfte aus anderen Bereichen abwandern und dort fehlen."

Textgröße ändern:

Mehr Geld allein baue "noch keine Straßen und Brücken, man braucht auch zusätzliche Arbeitskräfte", führte Fuest aus. Der Verzicht auf einen Feiertag allein löse das Problem zwar nicht. Die Wirtschaftsleistung würde aber um etwa acht Milliarden Euro jährlich steigen. Einen Vorschlag, welcher Feiertag gestrichen werden könnte, machte der Ifo-Chef nicht.

Die Debatte läuft bereits seit einigen Wochen. Fuest hatte schon im März mit Blick auf die Reform der Schuldenbremse und das neue Sondervermögen für Infrastruktur in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vorgeschlagen, einen Feiertag zu streichen. Auch die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer plädierte damals im "Spiegel" dafür.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnete aus, dass ein zusätzlicher Arbeitstag das Bruttoinlandsprodukt je nach Berechnungsmethode um fünf bis 8,6 Milliarden Euro steigern könnte.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Bahn-Chefin: Weniger Korridorsanierungen - und doch kaum Aussichten auf bald pünktlichere Züge

Um die Einschränkungen für die Fahrgäste zu reduzieren, will die Deutsche Bahn künftig pro Jahr weniger sogenannte Korridorsanierungen einzelner Strecken vornehmen. Die bisherige Erfahrung habe gezeigt, "dass vier Korridorsanierungen pro Jahr (...) zu viel ist", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla am Donnerstag in Berlin. Zudem sei es eine Frage des Geldes. Hoffnungen auf bald spürbar bessere Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr der DB können sich die Reisenden Palla zufolge dennoch nicht machen.

Zinsen für US-Staatsanleihen steigen - und setzen die Trump-Regierung unter Druck

Mit dem Rückkauf von Staatsanleihen zielt die US-Regierung von Präsident Donald Trump auf eine Beruhigung der Märkte ab - doch stattdessen sind die Zinssätze für die Schuldverschreibungen weiter in die Höhe geschossen. Am Mittwoch erreichte die Rendite von US-Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit zeitweilig 4,85 Prozent - den höchsten Stand seit 2023. Die Risiken für die Staatsfinanzen der weltweit größten Volkswirtschaft nehmen damit zu.

EuGH-Urteil zu Vodafone-Streit stärkt Position von Kunden

Ein neues Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg vom Donnerstag stärkt die Position von Kunden gegenüber Telekommunikationsanbietern. Das EU-Recht sieht demnach nicht vor, dass Anbieter die Vertragsbedingungen einfach so ändern können. Stattdessen regelt die Richtlinie ein Kündigungsrecht für Verbraucher, wenn der Anbieter den Vertrag ändert. Das Urteil ist für gleich zwei laufende Klagen gegen Vodafone relevant. (Az. C-669/24)

Bahn-Chefin Palla kündigt weniger Korridorsanierungen pro Jahr an

Die Deutsche Bahn will künftig pro Jahr weniger sogenannte Korridorsanierungen einzelner Strecken vornehmen. Die Anzahl der jährlichen Sanierungen werde an das Finanzierungsvolumen angepasst, sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla am Donnerstag in Berlin. Zudem habe die bisherige Erfahrung gezeigt, "dass vier Korridorsanierungen pro Jahr (...) zu viel ist". Die Details der Überarbeitung des Sanierungskonzeptes würden derzeit noch mit dem Bundesverkehrsministerium besprochen.

Textgröße ändern: