Deutsche Tageszeitung - Handelsroute zwischen EU und China: Kasachstan baggert Kaspisches Meer aus

Handelsroute zwischen EU und China: Kasachstan baggert Kaspisches Meer aus


Handelsroute zwischen EU und China: Kasachstan baggert Kaspisches Meer aus
Handelsroute zwischen EU und China: Kasachstan baggert Kaspisches Meer aus / Foto: © AFP

Kasachstan hat angekündigt, Teile des Kaspischen Meers um seinen Haupthafen herum zugunsten des Handels zwischen China und der EU auszubaggern. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden und "die Ladekapazität der Schiffe im Hafen von Aktau und den Transport entlang der transkaspischen Transportroute erhöhen", sagte eine Sprecherin des kasachischen Verkehrsministerium am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die Handelsroute ermöglicht den Warenfluss von China nach Europa und umgeht Russland.

Textgröße ändern:

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und westliche Sanktionen gegen Russland haben die EU dazu veranlasst, alternative Möglichkeiten für den Handel zu finden. Der sogenannte "Mittlere Korridor" führt durch Zentralasien, das Kaspische Meer, den Kaukasus und die Türkei. Anfang des Jahres kündigte die EU Investitionen in Höhe von zehn Milliarden Euro an, um die Route auszubauen.

Nach Angaben der Weltbank könnte sich das Frachtaufkommen über den "Mittleren Korridor" bis 2030 auf rund 11 Millionen Tonnen verdreifachen, wenn die Infrastruktur verbessert wird. Der sinkende Wasserstand im Kaspischen Meer jedoch gefährdet dieses Vorhaben, weil schwere Schiffe Probleme haben, ihre Fracht zu transportieren.

"Wenn wir bis Ende des Jahres keine Baggerarbeiten durchführen und der Meeresspiegel weiter sinkt, wird die Schifffahrt ineffizient bleiben", sagte ein Vertreter des Hafens in Aktau Anfang des Monats kasachischen Medien zufolge. Wissenschaftler des zentralasiatischen Landes warnten im Januar vor einer "Beschleunigung" des sinkenden Wasserspiegels.

Das Kaspische Meer ist größer als Deutschland und wird umgeben von Russland, Kasachstan, Turkmenistan, dem Iran und Aserbaidschan.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Bahn-Chefin Palla kündigt weniger Korridorsanierungen pro Jahr an

Die Deutsche Bahn will künftig pro Jahr weniger sogenannte Korridorsanierungen einzelner Strecken vornehmen. Die Anzahl der jährlichen Sanierungen werde an das Finanzierungsvolumen angepasst, sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla am Donnerstag in Berlin. Zudem habe die bisherige Erfahrung gezeigt, "dass vier Korridorsanierungen pro Jahr (...) zu viel ist". Die Details der Überarbeitung des Sanierungskonzeptes würden derzeit noch mit dem Bundesverkehrsministerium besprochen.

Streit um "Schattendatenbank" der Schufa geht wohl vor Gericht

Der Streit um die massenhafte Speicherung alter Verbraucherdaten bei der Auskunftei Schufa dürfte vor Gericht gehen: Die Schufa erklärte am Donnerstag, sie weise die Vorwürfe der europäischen Datenschutzorganisation Noyb "entschieden" zurück und weigere sich, bis zum 9. September geforderte Unterlassungserklärungen abzugeben. Noyb teilte daraufhin in Wien mit, eine Unterlassungsklage sei nun "sicher".

Hohe Ölpreise treiben Inflation in die Höhe - Anstieg im August bei 2,9 Prozent

Die hohen Ölpreise auf dem Weltmarkt treiben die Inflation in Deutschland in die Höhe: Im August stiegen die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich um 2,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte. Die Auswirkungen auf die Preise für Dienstleistungen und Lebensmittel - die sogenannten Zweitrundeneffekte - blieben aber vorerst aus. Nahrungsmittel blieben im August insgesamt in etwa so teuer wie im August 2025.

Zahl der Beziehenden von Asylbewerberleistungen 2025 um 15 Prozent gesunken

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland weniger Menschen Asylbewerberleistungen bezogen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, erhielten Ende 2025 rund 390.000 Menschen Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz, das waren 15 Prozent oder 71.400 Bezieher und Bezieherinnen weniger als im Jahr zuvor. Mit einem Anteil von 17 Prozent war Syrien das am häufigsten vertretene Herkunftsland.

Textgröße ändern: