Deutsche Tageszeitung - Verbraucherschützer fordern strengere Überwachung von Werbung für Nahrungsergänzungsmittel

Verbraucherschützer fordern strengere Überwachung von Werbung für Nahrungsergänzungsmittel


Verbraucherschützer fordern strengere Überwachung von Werbung für Nahrungsergänzungsmittel
Verbraucherschützer fordern strengere Überwachung von Werbung für Nahrungsergänzungsmittel / Foto: © afp.com

Verbraucherschützer fordern eine strengere Überwachung von Werbeanzeigen für Nahrungsergänzungsmittel. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten vor falschen Werbeversprechen geschützt werden, erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Mittwoch. Denn viele glauben einer Umfrage des Verbands zufolge, die Mittel seien sicher und gut untersucht - das ist aber nicht der Fall. Sie überschätzen demnach auch die Wirksamkeit der Tabletten, Kapseln oder Tropfen.

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Vitamin-Tropfen als Immun-Booster oder Leber-Detox-Kapseln zur Entgiftung: Insbesondere in sozialen Medien würden Nahrungsergänzungsmittel teils mit nicht zugelassenen Gesundheitsversprechen beworben, teilte der vzbv mit. Die Umfrage im Auftrag des vzbv habe ergeben, dass knapp ein Viertel der Befragten die Mittel als eine Art natürliches Arzneimittel wahrnehmen - "obwohl es sich um Lebensmittel handelt".

Der Umfrage zufolge nehmen knapp acht von zehn Befragten Nahrungsergänzungsmittel, mehr als die Hälfte von ihnen sogar mindestens einmal pro Woche. Knapp die Hälfte (49 Prozent) geht fälschlicherweise davon aus, dass die Produkte vor dem Verkauf auf gesundheitliche Unbedenklichkeit getestet werden.

Gut vier von zehn der Befragten denken, dass Höchstmengen für die Inhaltsstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln rechtlich vorgeschrieben seien. Auch das sei unzutreffend, erklärten die Verbraucherschützer. Mehr als ein Drittel der Befragten ist den Angaben zufolge jeweils davon überzeugt, dass Nahrungsergänzungsmittel helfen, gesund zu bleiben und den Heilungsprozess bei Krankheiten zu unterstützen.

Der Leiter des Teams Lebensmittel im vzbv, Jochen Geilenkirchen, forderte eine Stärkung der staatlichen Lebensmittelüberwachung und "endlich" gesetzlich festgelegte Höchstmengen für Vitamine oder Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. Um sicherzustellen, dass in Deutschland erhältliche Mittel sicher seien, müsse die Bundesregierung sich auf EU-Ebene für ein Zulassungsverfahren einsetzen, verlangte er.

Der vzbv ließ von Ende Oktober bis Anfang November 2024 insgesamt 2070 Menschen ab 16 Jahren in Deutschland befragen. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge repräsentativ, die Fehlertoleranz liegt bei plus oder minus zwei Prozentpunkten.

Der Lebensmittelverband - der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft - erklärte, "wirkliche Probleme" seien illegale Produktangebote sowie "unzulässige Werbung mit irreführenden Aussagen, auch durch Influencerinnen und Influencer". Der geltende Rechtsrahmen biete hier aber "ausreichend Möglichkeiten", dagegen vorzugehen. Entscheidend sei die "konsequente Durchsetzung insbesondere im digitalen Raum". Insgesamt aber nutzten die Menschen in Deutschland die Produkte überwiegend gezielt und informiert.

(Y.Leyard--DTZ)

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