Deutsche Tageszeitung - Insolventer Modehersteller Gerry Weber schließt alle rund 40 Geschäfte in Deutschland

Insolventer Modehersteller Gerry Weber schließt alle rund 40 Geschäfte in Deutschland


Insolventer Modehersteller Gerry Weber schließt alle rund 40 Geschäfte in Deutschland
Insolventer Modehersteller Gerry Weber schließt alle rund 40 Geschäfte in Deutschland / Foto: © AFP

Der insolvente ostwestfälische Modehersteller Gerry Weber schließt alle seine gut 40 Geschäfte in Deutschland. Die Rechte an der Marke Gerry Weber würden von der spanischen Victrix-Gruppe übernommen, die einen "Neustart der Damenmodemarke unter Nutzung der eigenen Strukturen" plane, erklärte das Unternehmen in Halle/Westfalen am Freitag. Demnach werden alle Shops und Outlets in Deutschland sowie die bestehenden Läden in anderen europäischen Ländern in den kommenden Monaten geschlossen.

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Im vorläufigen Insolvenzverfahren der Muttergesellschaft Gerry Weber International hätten der vorläufige Gläubigerausschuss sowie der vorläufige Sachwalter "dem Übernahmekonzept des spanischen Familienunternehmens zugestimmt", erklärte der Modehersteller. "Über die wirtschaftlichen Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart."

Kunden können voraussichtlich künftig weiter Gerry-Weber-Kleidung in Deutschland einkaufen: Die Victrix-Gruppe plant der Mitteilung zufolge nach bisherigem Stand, die Marke über "ausgewählte Multimarkenhändler" weiter in Deutschland und anderen europäischen Ländern anzubieten. Durch eine "zügige Umstellung (...) auf unsere bestehenden Strukturen werden wir sicherstellen, dass es für den Handel und die Endkunden einen nahtlosen Übergang geben wird", erklärte das Victrix-Management demnach.

Gerry Weber hatte im März zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. "Trotz des erheblichen Zeitdrucks konnten wir den im März gestarteten Investorenprozess für Gerry Weber zügig und erfolgreich abschließen", erklärte Geschäftsführer Christian Gerloff. "Dies war angesichts der allgemeinen Marktlage im Modeeinzelhandel alles andere als selbstverständlich."

Anfang 2019 musste Gerry Weber bereits einmal Insolvenz anmelden, britische Investoren übernahmen damals das Unternehmen. 2023 kämpfte der Modehersteller erneut ums Überleben, abermals wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet.

(O.Tatarinov--DTZ)

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