Deutsche Tageszeitung - Finanztip: Extremer Dollar-Kursverfall hätte Auswirkungen auf Sparpläne

Finanztip: Extremer Dollar-Kursverfall hätte Auswirkungen auf Sparpläne


Finanztip: Extremer Dollar-Kursverfall hätte Auswirkungen auf Sparpläne
Finanztip: Extremer Dollar-Kursverfall hätte Auswirkungen auf Sparpläne / Foto: © AFP

Ein extremer Kursverfall des Dollar hätte einer Studie zufolge Auswirkungen auf die Sparpläne vieler Anlegerinnen und Anleger. Ein Wertrückgang des Dollars von 0,91 Euro auf 0,70 Euro würde rechnerisch zu einem Einbruch des äußerst beliebten, jedoch sehr US-lastigen Aktienindex MSCI World von bis zu 16,3 Prozent führen, erklärte das Verbraucherportal Finanztip am Mittwoch. Es handele sich allerdings um ein Worst-Case-Szenario. Die Auswirkungen in der Praxis wären laut Finanztip wohl geringer.

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Seit Anfang des Jahres verliert der Dollar gegenüber dem Euro deutlich an Wert. Lag er zu Beginn des Jahres noch bei 0,97 Euro, waren es Anfang Juni nur noch 0,88 Euro. Damit ist die Währung so schwach wie seit drei Jahren nicht. Hintergrund ist die Wirtschafts- und Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Beobachter vermuten, dass die Abwertung des Dollar gezielt herbeigeführt wird.

Die Auswirkungen eines weiteren Sinkflug des Dollars wären alleine wegen der Bedeutung des MSCI World auch für deutsche Sparer erheblich. Der Aktienindex deckt die größten Aktiengesellschaften weltweit ab, was eine breite Risikostreuung verspricht. Viele Sparer investieren in Form von ETF-Anteilen in den MSCI World. Allerdings entfallen 72 Prozent des Index auf Unternehmen aus den USA.

Im genannten Worst-Case-Szenario würde ein Sparer, der zu Beginn des Jahres 10.000 Euro in einen MSCI-World-ETF investiert hat, 1630 Euro Verlust schreiben, erklärte Finanztip. Tatsächlich wären die Effekte aber wohl geringer: "Viele US-Unternehmen erwirtschaften Gewinne weltweit - das puffert Währungsverluste ab", erklärte Finanztip-Experte Timo Halbe.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt laut Finanztip, dass sich der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro immer wieder hin und her bewegt, sich langfristig aber ausgleicht. Das satte Minus hätte sich den Angaben zufolge bei einer Jahresrendite von sechs Prozent in drei Jahren wieder ausgeglichen. "Daher empfehlen wir den MSCI World trotz allem weiterhin als stabiles Basisinvestment für langfristig orientierte Anleger", erklärte Halbe.

Dennoch ist der Umstieg auf andere Indizes dem Verbraucherportal nach möglich. Der MSCI ACWI Investable Market Index etwa umfasst 8400 Aktien, der MSCI World lediglich 1350. Finanztip nennt den Index daher eine "empfehlenswerte Alternative".

(L.Møller--DTZ)

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