Deutsche Tageszeitung - Bundesbank geht für 2025 von Nullwachstum der deutschen Wirtschaftsleistung aus

Bundesbank geht für 2025 von Nullwachstum der deutschen Wirtschaftsleistung aus


Bundesbank geht für 2025 von Nullwachstum der deutschen Wirtschaftsleistung aus
Bundesbank geht für 2025 von Nullwachstum der deutschen Wirtschaftsleistung aus / Foto: © AFP

Die Deutsche Bundesbank rechnet angesichts des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskriegs mit einer Stagnation des Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr. Damit senkte die Bank am Freitag ihre Konjunkturprognose von Dezember, in der sie für 2025 noch von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 0,2 Prozent ausgegangen war. "Die neuen US-Zölle und die Unsicherheit über die künftige US-Politik dämpfen zunächst das Wirtschaftswachstum", erklärte Bundesbankpräsident Joachim Nagel.

Textgröße ändern:

"Das trifft die deutsche Industrie zu einem Zeitpunkt, zu dem sie sich nach langer Schwächephase zu stabilisieren begann", fuhr Nagel fort. Die Bank verwies aber auf die kräftig steigenden Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben des Staates, die "ab 2026 für einen merklichen Nachfrageschub und Anstieg" des BIP sorgen dürften.

Nach dem Nullwachstum im Jahr 2025 geht die Bank daher davon aus, dass die Konjunktur anzieht: 2026 wächst die Wirtschaftsleistung demnach voraussichtlich um 0,7 Prozent. Im Jahr 2027 soll das BIP dann wieder deutlich um 1,2 Prozent ansteigen. Für 2027 korrigiert die Bank damit ihre Prognose nach oben, sie war zuletzt nur von 0,9 Prozent Wachstum ausgegangen.

Die Inflationsrate sinkt nach Einschätzung der Bundesbank im laufenden Jahr auf 2,2 Prozent. Für 2026 geht die Zentralbank davon aus, dass der Anstieg der Verbraucherpreise sich auf 1,5 Prozent abschwächt und dann im Jahr 2027 wieder auf 1,9 Prozent klettert.

"Damit liefert die Deutschland-Prognose auch gute Nachrichten für Konsumenten und Wirtschaft", erklärte Nagel. Ein Anstieg der Verbraucherpreise um zwei Prozent ist das Ziel der Bundesbank.

Zugleich erklärte die Bank, dass die Unsicherheit derzeit "außergewöhnlich hoch" und " mit Risiken für Wirtschaftswachstum und Inflation in beide Richtungen" behaftet sei. Wenn der Zollkonflikt mit den USA eskaliere, Aufschläge auf EU-Produkte in Höhe von 20 Prozent in Kraft träten und die EU Vergeltungszölle erhebe, drohen der Bundesrepublik der Prognose zufolge zwei weitere Jahre der Rezession. Dann würde das BIP 2025 um 0,5 Prozent und im Jahr 2026 um 0,2 Prozent sinken.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Verzicht auf nicht zwingende Standards: Gesetzentwurf für einfacheres Bauen steht

Eine geringere Norm-Temperatur im Schlafzimmer, weniger Trittschallschutz oder dünnere Wände: Künftig soll es möglich sein, von "Komfortstandards" beim Wohnungsbau abzuweichen - und so Kosten zu sparen. Das Bundesjustizministerium legte am Montag einen Gesetzentwurf vor, mit dem das Bauvertragsrecht entsprechend geändert werden soll. Erfahrungen aus Pilotprojekten zeigen laut Ministerium, dass die Bauwerkskosten mit einfacherem Bauen um etwa zehn bis 15 Prozent gesenkt werden könnten.

Ifo-Institut: Stimmung in Firmen hellt sich weiter zum sechsten Mal in Folge auf

Zum sechsten Mal in Folge hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im Oktober verbessert: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 89,9 Punkten im September auf nun 90,2 Punkte, wie das Ifo-Institut in München am Montag mitteilte. Besonders in der Industrie hellte sich das Geschäftsklima auf. "Die Konjunkturbelebung setzt sich fort", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Ökonomen warnten aber vor weiteren Risiken für die Wirtschaft - vor allem durch eine zusätzliche Eskalation in der Golfregion.

Ifo-Institut: Stimmung in deutschen Unternehmen verbessert sich erneut

Die Stimmung in den Unternehmen in Deutschland hat sich im Oktober weiter verbessert - besonders in der Industrie. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 89,9 Punkten im September auf nun 90,2 Punkte, wie das Ifo-Institut in München am Montag mitteilte. "Die Konjunkturbelebung setzt sich fort", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Verzicht auf nicht zwingende Standards: Gesetzentwurf für einfacheres Bauen vorgelegt

Bauen in Deutschland - insbesondere der Neubau von Wohnungen - soll nach dem Willen der Regierung einfacher und damit günstiger werden. Das Bundesjustizministerium legte am Montag den Gesetzentwurf zum Bauen nach dem Gebäudetyp E vor: Damit kann auf Standards verzichtet werden, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Das Ministerium erklärte, Erfahrungen aus Pilotprojekten zeigten, dass die Bauwerkskosten so um etwa zehn bis 15 Prozent gesenkt werden könnten.

Textgröße ändern: