Deutsche Tageszeitung - Ungewollte Übernahme durch Unicredit: Merz stärkt Commerzbank den Rücken

Ungewollte Übernahme durch Unicredit: Merz stärkt Commerzbank den Rücken


Ungewollte Übernahme durch Unicredit: Merz stärkt Commerzbank den Rücken
Ungewollte Übernahme durch Unicredit: Merz stärkt Commerzbank den Rücken / Foto: © AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Commerzbank mit Blick auf die anvisierte und von deutscher Seite ungewollte Übernahme der Bank durch die italienische Unicredit den Rücken gestärkt. "Die Bundesregierung wie auch ich persönlich" nähmen die Befürchtungen der Commerzbank "sehr ernst", erklärte Merz in einem Schreiben an den Betriebsrat. Der Betriebsratsvorsitzende Sascha Uebel und seine Stellvertreterin Nina Olderdissen veröffentlichten das auf Ende Mai datierte Schreiben am Dienstag.

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"Ich teile die Ansicht des Bundesministers der Finanzen, dass ein unabgestimmtes und unfreundliches Vorgehen wie das der UniCredit Group nicht akzeptabel ist", erklärte Merz darin weiter. "Das gilt besonders, wenn es sich um eine systemrelevante Bank wie die Commerzbank AG handelt."

Die italienische Großbank war in großem Stil bei der Commerzbank eingestiegen; das Bundeskartellamt hatte ihr Mitte April eine Anteilserhöhung auf 29,9 Prozent freigegeben. Ab 30 Prozent wäre die Unicredit zu einem öffentlichen Übernahmeangebot verpflichtet. Die Führung der Commerzbank und die Beschäftigten ebenso wie die Bundesregierung, die seit der staatlichen Rettung der Bank in der Krise 2008 noch Anteile besitzt, haben sich gegen eine Übernahme ausgesprochen.

Die Commerzbank-Führung setzt auf ehrgeizige Gewinn- und Dividendenziele, um die Aktionärinnen und Aktionäre zu überzeugen. Gute Quartalszahlen mit dem höchsten Nettogewinn seit 2011 stärkten Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp zuletzt den Rücken. Allerdings sieht diese Strategie auch den Abbau von 3900 Stellen bis 2028 vor.

(W.Novokshonov--DTZ)

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