Deutsche Tageszeitung - Spatenstich für riesige CO2-Speicher-Anlage in Stockholm

Spatenstich für riesige CO2-Speicher-Anlage in Stockholm


Spatenstich für riesige CO2-Speicher-Anlage in Stockholm
Spatenstich für riesige CO2-Speicher-Anlage in Stockholm / Foto: © AFP

In Stockholm haben am Donnerstag die Bauarbeiten für eine riesige Anlage zur Abscheidung von CO2 begonnen. Sie soll 2028 in Betrieb gehen und jährlich mehr als 800.000 Tonnen CO2 zur späteren Einlagerung abscheiden können - mehr als die jährlichen Emissionen des Straßenverkehrs der schwedischen Hauptstadt, wie der Energieversorger Stockholm Exergi mitteilte. Es handele sich um "das größte Projekt dieser Art in Europa und eines der größten in der Welt", sagte EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra vor Ort.

Textgröße ändern:

Stockholm Exergi versorgt die schwedische Hauptstadt mit Wärme und Strom. Die neue Anlage soll bei der Energieproduktion anfallende CO2-Emissionen auffangen. Die abgeschiedenen Treibhausgase werden verflüssigt, vor Ort zwischengelagert und dann nach Norwegen verschifft. Bei Bergen kommt das CO2 zunächst in große Tanks, um später über eine 110 Kilometer lange Pipeline raus aufs Meer gebracht und in 2,6 Kilometern Tiefe in den Meeresboden gepresst zu werden.

Diese sogenannte CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) gilt als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in Bereichen, in denen CO2 nicht gänzlich eingespart werden kann. Die Anlage in Stockholm kostet rund 13 Milliarden Kronen (1,2 Milliarden Euro) und wird mit EU-Mitteln und vom schwedischen Staat unterstützt. Auch Geld aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten an Unternehmen fließt in das Projekt.

CCS ist komplex und bislang sehr teuer. Die weltweiten CCS-Kapazitäten belaufen sich nach Angaben der Internationalen Energieagentur bislang auf rund 50,5 Millionen Tonnen - 0,1 Prozent der Emissionen. Das "Northern Lights"-Projekt zur Einlagerung in Norwegen ist eines der am weitesten fortgeschrittenen Vorhaben weltweit auf dem Gebiet. Klimaschützer warnen, dass der Einsatz von CCS zulasten nötiger Einsparungen von Emissionen gehen könnte.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Nettogewinn von Volkswagen im zweiten Quartal um 32,9 Prozent gesunken

Volkswagen hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch um etwa ein Drittel verzeichnet. Der Nettogewinn des kriselnden Autobauers sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im zweiten Quartal 2025 waren es noch 2,29 Milliarden Euro gewesen. Zu den Ursachen zählte vor allem ein drastischer Rückgang des Absatzes in China.

Verbraucherstimmung bleibt weiter verhalten

Die Konsumstimmung in Deutschland bleibt auf einem niedrigen Niveau. Der Konsumklima-Index für August sank leicht um 0,3 Zähler auf minus 29,6 Punkte, wie das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) am Freitag mitteilte. Der geringfügige Rückgang liege vor allem an niedrigeren Einkommenserwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie einer höheren Sparneigung.

Australien und Neuseeland kritisieren neue US-Zölle - Japan äußert "Bedauern"

Australien und Neuseeland haben scharfe Kritik an den neuen US-Zöllen gegen rund 60 Handelspartner geäußert. "Diese Zölle sind ungerechtfertigt und stehen im Widerspruch zu unserem Freihandelsabkommen", erklärte am Freitag Australiens Handelsminister Don Farrell. Die Zölle müssten "abgeschafft werden".

US-Regierung verkündet neue Zölle gegen rund 60 Handelspartner

Die US-Regierung hat neue Zölle gegen rund 60 internationale Handelspartner verkündet, darunter auch die EU. Grund für die Maßnahme sei ein unzureichendes Vorgehen der Betroffenen gegen Zwangsarbeit, erklärte das Weiße Haus. Die Aufschläge von zehn bis 12,5 Prozent sollten in der Nacht zum Freitag (0.01 Uhr Ortszeit, 6.01 Uhr MESZ) in Kraft treten. Zu diesem Zeitpunkt lief ein bisher geltender weltweiter Sonderzoll von zehn Prozent auf US-Importe aus.

Textgröße ändern: