Deutsche Tageszeitung - Trump: Notenbankchef Powell müsste bei "Betrug" gehen

Trump: Notenbankchef Powell müsste bei "Betrug" gehen


Trump: Notenbankchef Powell müsste bei "Betrug" gehen
Trump: Notenbankchef Powell müsste bei "Betrug" gehen / Foto: © AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat Notenbankchef Jerome Powell mit möglichem Betrug in Verbindung gebracht und Spekulationen über seine baldige Entlassung befeuert. Trump sagte am Mittwoch in Washington, ein Rauswurf Powells sei "höchst unwahrscheinlich - außer er muss wegen Betrugs gehen". Trump bestätigte, dass er gestiegene Renovierungskosten für das Notenbankgebäude untersuchen lässt und Powell dafür verantwortlich macht.

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Trump äußerte sich "besorgt", weil die Renovierung der Federal Reserve (Fed) in Washington nun 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) kosten soll. Das seien 900 Millionen Dollar mehr als geplant, inklusive gestiegener Zinskosten, kritisierte Trump. "Möglicherweise ist Betrug im Spiel", fügte der Präsident hinzu.

Aus dem Weißen Haus hieß es unterdessen, Trump habe am Dienstagabend mit Kongressabgeordneten der Republikanischen Partei beraten. Einige von ihnen hätten ebenfalls eine Entlassung Powells gefordert, und Trump denke darüber nach.

Powell mache "einen schrecklichen Job", sagte Trump nun weiter. Er koste die USA viel Geld, weil er sich weigere, den Leitzins zu senken. Derzeit liegt dieser in einer Spanne zwischen 4,25 und 4,5 Prozent.

Trump erhofft sich von einem Zinsschnitt höhere Investitionen, da Kredite billiger würden. Zudem würde es für den Staat billiger, sich Geld an den Finanzmärkten zu leihen. Die Vereinigten Staaten kämpfen seit Jahren mit hohen Staatsschulden. Ein kürzlich verabschiedetes Steuer- und Ausgabengesetz Trumps dürfte die Verschuldung auf einen neuen Höchststand treiben.

Die Äußerungen des Präsidenten erzeugten an den Finanzmärkten allerdings erneut Unruhe: Die Renditen von US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit stiegen auf über fünf Prozent.

In der Vergangenheit hatte Trump Powell immer wieder persönlich attackiert. Er nannte ihn einen "Schwachkopf" und "Trump-Hasser". Die Amtszeit des 72-jährigen Notenbankchefs endet im kommenden Jahr. Der Präsident will in den kommenden Monaten einen Nachfolger ernennen.

(I.Beryonev--DTZ)

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