Deutsche Tageszeitung - Ex-Trigema-Chef Grupp macht Altersdepressionen und Suizidversuch öffentlich

Ex-Trigema-Chef Grupp macht Altersdepressionen und Suizidversuch öffentlich


Ex-Trigema-Chef Grupp macht Altersdepressionen und Suizidversuch öffentlich
Ex-Trigema-Chef Grupp macht Altersdepressionen und Suizidversuch öffentlich / Foto: © AFP/Archiv

Der deutsche Unternehmer und langjährige Chef der Textilfirma Trigema, Wolfgang Grupp, hat sich in einem Schreiben an die Belegschaft gewandt, in dem er von Altersdepressionen und einem Suizidversuch berichtet. "Ich habe versucht, mein Leben zu beenden", schrieb der 83-Jährige in dem Brief, aus dem die "Bild"-Zeitung am Donnerstag zitierte. "Ich würde es gerne ungeschehen machen", erklärte Grupp.

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Er sei "im 84. Lebensjahr und leide an sogenannten Altersdepressionen. Da macht man sich auch Gedanken darüber, ob man überhaupt noch gebraucht wird", schrieb Grupp. Deswegen habe er versucht, sein Leben zu beenden.

"Bild" veröffentlichte das Schreiben nach eigenen Angaben mit der ausdrücklichen Zustimmung des Unternehmers. Er wolle die Menschen für die oft verschwiegene Krankheit Altersdepressionen sensibilisieren und dafür sorgen, dass bei dem Thema nicht mehr weggeschaut werde, berichtete die Zeitung.

Grupps Brief endet mit der "Bitte an alle, die an Depressionen leiden: Suchen sie professionelle Hilfe und begeben Sie sich in Behandlung." Laut "Bild" lag Grupp zehn Tage im Krankenhaus, bevor er sich an die Belegschaft von Trigema wandte. In dem Brief hieß es, es könne etwas länger dauern, bis er wieder ganz gesund sei.

Grupp hatte die Trigema-Gruppe Ende der 60er Jahre von seinem Vater übernommen und mehr als 50 Jahre lang geführt. Er selbst und ein berühmt gewordener Schimpanse machten in Fernseh-Spots Werbung für Trigema-Kleidung "Made in Germany".

Vor anderthalb Jahren übergab er die Firma an seine beiden Kinder Bonita und Wolfgang. Er sei "sehr stolz auf meine Frau und meine Kinder", schrieb er nun. Sein Dank gelte sowohl ihnen als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma Trigema.

Er habe versucht, sein ganzes Leben "in den Dienst von Trigema und den Kampf für die Interessen der Wirtschaft und des Mittelstands in Deutschland zu stellen", erklärte der Unternehmer. "Ich weiß, dass ich oft unbequem war, aber ich bin dankbar für das, was ich erreichen und erleben durfte."

(W.Novokshonov--DTZ)

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