Deutsche Tageszeitung - UN-Technologie-Chefin: Weltweit koordinierter Ansatz zur Regulierung von KI nötig

UN-Technologie-Chefin: Weltweit koordinierter Ansatz zur Regulierung von KI nötig


UN-Technologie-Chefin: Weltweit koordinierter Ansatz zur Regulierung von KI nötig
UN-Technologie-Chefin: Weltweit koordinierter Ansatz zur Regulierung von KI nötig / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der geplanten Lockerung der US-Vorgaben für Künstliche Intelligenz (KI) hat UN-Technologie-Chefin Doreen Bogdan-Martin zu einem einheitlichen Ansatz im Umgang mit KI aufgerufen. Es sei dringend notwendig, mit weltweiter Koordination "den richtigen Rahmen zu setzen", sagte die Chefin der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), der UN-Unterorganisation für Technologiethemen, im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Erst durch ein gemeinsames Vorgehen könne KI "der Menschheit tatsächlich zugutekommen".

Textgröße ändern:

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch eine neue KI-Strategie vorgestellt. Die USA setzen dabei auf eine weitgehende Regulierungsfreiheit für Unternehmen - auch wenn Experten vor Gefahren der Technologie warnen.

Im Gegensatz zu den USA warnte China vor einer unkontrollierten Entwicklung. Peking werde die Entwicklung von Open-Source-KI "aktiv fördern", betonte Chinas Ministerpräsident Li Qiang am Samstag. Dabei sei China bereit, Fortschritte und neue Erkenntnisse mit anderen Ländern zu teilen, insbesondere mit Entwicklungsländern.

Laut Bogdan-Martin sind weltweit koordinierte Regulierungsmaßnahmen angesichts der Risiken durch Künstliche Intelligenz von entscheidender Bedeutung: Befürchtungen über Arbeitsplatzverluste, die Verbreitung von Deepfakes und Desinformation ließen Bedenken gegenüber KI wachsen.

Auf globaler Ebene müsse darüber diskutiert werden, wie viel Regulierung erforderlich sei. "Fragmentierte Ansätze werden nicht dazu beitragen, allen zu dienen und alle zu erreichen", warnte die ITU-Chefin. Es brauche einen Dialog zwischen den Ansätzen der EU, der USA und China - und den "85 Prozent der Länder, die noch keine KI-Richtlinie oder Strategie haben".

Gleichzeitig lobte Bogdan-Martin die "atemberaubenden" Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz, die das Potenzial besäßen, viele Lebensbereiche von Bildung über die Landwirtschaft bis hin zum Gesundheitswesen zu verbessern.

Ohne gemeinsame Anstrengungen bestehe jedoch die Gefahr, dass KI letztendlich für "die Verschärfung von Ungleichheiten" stehen werde. 2,6 Milliarden Menschen weltweit haben demnach keinen Zugang zum Internet - und somit auch keinen Zugang zu Technologien der künstlichen Intelligenz.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

"Falsche Schlussfolgerungen": Frei warnt SPD vor Aufschnüren des Rentenpakets

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hat Forderungen der SPD nach Änderungen bei den geplanten Reformen zurückgewiesen. Er sei überzeugt, dass die Koalition aus dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt "keine falschen Schlussfolgerungen ziehen darf", sagte Frei vor einer Sitzung der Unionsfraktion am Montag in Berlin. "Eine falsche Schlussfolgerung wäre, dass man die vielfachen Reformen, die wir in Angriff genommen haben, nicht mit einem hohen Tempo weiter fortsetzte."

Bas kündigt nach Landtagswahl Konsequenzen an: "Ein 'Weiter so' geht nicht"

SPD-Chefin Bärbel Bas hat nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt inhaltliche Konsequenzen angekündigt. "Ich finde, ein 'Weiter so' geht nicht", sagte Bas am Montag in Berlin. Zwar sei der Reformkurs der Bundesregierung richtig und notwendig, aber "wir dürfen die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen", betonte die Bundesarbeitsministerin.

Raketenabwehr statt Autos: VW verkauft Werk Osnabrück an israelischen Investor

Im Volkswagen-Werk in Osnabrück sollen künftig keine Autos mehr, dafür Luftverteidigungssysteme gebaut werden. Das Land Niedersachsen, der VW-Konzern, der Investor Aurelius Capital aus Tel Aviv und der israelische Rafael-Rüstungskonzern schlossen am Montag eine entsprechende Vereinbarung. VW zieht sich demnach vollständig vom Standort Osnabrück zurück.

UN-Menschenrechtskommissar: KI könnte zur "existenziellen Gefahr für Menschheit" werden

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat eine Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) dringend angemahnt. Die KI "könnte zu einer existenziellen Gefahr für die Menschheit" werden, sagte Türk am Montag zur Eröffnung der 63. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Er rief dazu auf, "verbindliche Garantien für die Sicherheit und den Schutz im Zusammenhang mit KI zu schaffen, bevor es zu spät ist".

Textgröße ändern: