Deutsche Tageszeitung - Datenvolumen in Vertragstarifen großer Anbieter übersteigt Verbrauch um das Sechsfache

Datenvolumen in Vertragstarifen großer Anbieter übersteigt Verbrauch um das Sechsfache


Datenvolumen in Vertragstarifen großer Anbieter übersteigt Verbrauch um das Sechsfache
Datenvolumen in Vertragstarifen großer Anbieter übersteigt Verbrauch um das Sechsfache / Foto: © AFP/Archiv

Das Datenvolumen in den Vertragstarifen der großen Mobilfunkanbieter übersteigt einer Analyse zufolge den realen Verbrauch von Handynutzerinnen und -nutzern in Deutschland um das Sechsfache. Im Schnitt enthalten die Laufzeittarife der vier großen deutschen Anbieter Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 aktuell 72 Gigabyte (GB), wie das Vergleichsportal Verivox am Dienstag mitteilte. Laut einer Marktstudie betrage der Pro-Kopf-Verbrauch pro Monat derzeit aber nur 11,7 GB.

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Das Inklusivvolumen der Laufzeittarife sei zuletzt "regelrecht explodiert", erklärte Verivox. Demnach kletterte es im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent - noch 2024 betrug das Datenvolumen in den Verträgen knapp 45 GB.

"Schon seit Jahren steigen die Datenbudgets der Tarife unverhältnismäßig an, viel schneller als die tatsächliche Datennutzung der Kunden", erklärte Verivox-Telekommunikationsexperte Jörg Schamberg. "Dahinter steckt strategisches Kalkül – je mehr Highspeed-Volumen in einem Tarif steckt, desto teurer kann er verkauft werden. Das hochgerüstete Tarifportfolio der großen Anbieter sorgt somit für eine zusätzliche Verteuerung im Markt." Dabei wüssten die Anbieter, dass die meisten Kunden das Volumen "nur teilweise abrufen werden".

Der Analyse zufolge besteht ein großer Unterschied zwischen den Laufzeittarifen (Postpaid) und den Prepaid-Angeboten der vier Anbieter. In den Prepaid-Tarifen sind bei Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 im Schnitt 14 GB enthalten - immer noch mehr, als der Durchschnittsnutzer verbraucht. Der Preis je GB ist bei den Vertragstarifen demnach zwar niedriger, jedoch liegen die monatlichen Kosten für einen Vertragstarif im Schnitt knapp dreimal höher als die einer Prepaidkarte.

Schamberg riet Vebrauchern daher dazu, ihre Tarifbuchung auf ihren Bedarf abzustimmen. "Nur wer viel unterwegs ist oder kein WLAN zur Verfügung hat, braucht ein hohes Datenkontingent", erklärte er. "Für Normalnutzer genügen meist schmalere Angebote."

(A.Stefanowych--DTZ)

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