Deutsche Tageszeitung - 22 Tote bei Protesten gegen höhere Benzinpreise in Angola

22 Tote bei Protesten gegen höhere Benzinpreise in Angola


22 Tote bei Protesten gegen höhere Benzinpreise in Angola
22 Tote bei Protesten gegen höhere Benzinpreise in Angola / Foto: © AFP/Archiv

Bei schweren Ausschreitungen nach einem Anstieg der Benzinpreise in Angola sind seit Montag 22 Menschen getötet worden. Unter den Toten sei auch ein Polizist, sagte Innenminister Manuel Homem am Mittwoch in Luanda. Knapp 200 Menschen seien verletzt worden.

Textgröße ändern:

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben bis Dienstagabend mehr als 1200 Menschen fest. In Luanda hatten wegen der angespannten Lage zahlreiche Geschäfte geschlossen, es kam zu Plünderungen. Nach Berichten lokaler Medien setzten die Sicherheitskräfte Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Menschenmenge zu zerstreuen.

Die Regierung des südwestafrikanischen Landes hatte kürzlich entschieden, die stark subventionierten Benzinpreise von umgerechnet 28 Cent auf 38 Cent anzuheben. Das führte zu wütenden Protesten und einem Streik von Taxifahrern.

Angola ist nach Nigeria der zweitgrößte Erdölproduzent Afrikas. Viele Menschen leben aber in großer Armut. In dem portugiesischsprachigen Land mit etwa 30 Millionen Einwohnern lag die Inflation im Juni bei fast 20 Prozent, die Arbeitslosigkeit lag nach offiziellen Angaben bei 30 Prozent.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Pilotengewerkschaft VC ruft für Montag und Dienstag zu Streiks bei Lufthansa auf

Nach dem Streik des Kabinenpersonal ereilt die Lufthansa gleich der nächste Ausstand: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Pilotinnen und Piloten für kommenden Montag und Dienstag zu "umfassenden Arbeitskampfmaßnahmen" bei der größten deutschen Fluggesellschaft aufgerufen. Der Streik beginnt am Montag um 00.01 Uhr und endet am Dienstag um 23.59 Uhr, wie die Gewerkschaft am Samstag mitteilte.

ICE nach Riss von Oberleitung in Sachsen-Anhalt gestoppt - Zwei Verletzte

Auf der vielbefahrenen Bahnstrecke zwischen Berlin und München ist am Samstag eine Oberleitung gerissen und auf einen ICE gestürzt. Wie die Bahn mitteilte, kam der betroffene Zug daraufhin in Höhe Zahna in Sachsen-Anhalt außerhalb eines Bahnhofs zum Stehen. Zwei Fahrgäste wurden leicht verletzt, weil durch die gerissene Leitung an einer Stelle im Zug Scheiben zu Bruch gingen.

Noch keine Einigung im Streit um Entlastungen bei Energiepreiskrise in Sicht

Im Streit um Entlastungen von den hohen Energiepreisen ist noch keine Einigung in Sicht. In Berlin berieten am Samstag die Spitzen der Regierungskoalition über einen Ausweg aus der Krise und weitere Themen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) pochte im Vorfeld trotz der Absage von Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf Markteingriffe in der Spritpreiskrise - Wirtschaftsexperten rieten davon ab. Die Grünen warfen Merz ein schlechtes Krisenmanagement vor.

Klingbeil lehnt Übernahme von Versicherungskosten für Bürgergeld-Beziehende ab

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat dem Reformvorschlag, die Gesundheitskosten von Bürgergeld-Beziehenden vollständig aus Steuermitteln statt über Sozialbeiträge zu bezahlen, eine Absage erteilt. Das sei keine echte Entlastung, sondern eine Milchmädchenrechnung, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag. Kritik daran kam vom Spitzenverband der gesetzlichen Kassen (GKV) sowie von Patientenschützern, die den Staat hier in die Pflicht nahmen.

Textgröße ändern: