Deutsche Tageszeitung - US-Zölle und Druck auf die Fed: Klingbeil rügt Trump und Finanzminister Bessent

US-Zölle und Druck auf die Fed: Klingbeil rügt Trump und Finanzminister Bessent


US-Zölle und Druck auf die Fed: Klingbeil rügt Trump und Finanzminister Bessent
US-Zölle und Druck auf die Fed: Klingbeil rügt Trump und Finanzminister Bessent / Foto: © AFP

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat bei seinem Antrittsbesuch in Washington deutliche Kritik am Vorgehen von US-Präsident Donald Trump geäußert. Die wiederholten Verschiebungen bei Trumps Zöllen führten "zu vielen Unsicherheiten", sagte Klingbeil am Montag zu Journalisten. Die deutsche Wirtschaft brauche "schnell Lösungen". Der SPD-Politiker rügte zudem Trumps anhaltenden Druck auf die US-Notenbank Fed. Er halte "diesen politischen Weg für falsch", betonte Klingbeil.

Textgröße ändern:

Der Finanzminister äußerte sich vor einem Treffen mit seinem US-Kollegen Scott Bessent. Dabei sollte es um die Grundsatzeinigung auf 15-prozentige US-Zölle für die meisten Güter aus der EU gehen. Sie soll nach einem einwöchigen Aufschub nun diesen Donnerstag in Kraft treten. Zuvor hatte Trump die Fristen für eine Einigung immer wieder verschoben.

Viele Details des "Deals" sind noch unklar. So halten Trump und Bessent bisher an US-Sonderzöllen von 50 Prozent auf europäische Lieferungen von Stahl und Aluminium fest. Klingbeil will sich deshalb für Quotenregelungen für Stahl einsetzen - bestimmte Stahlmengen, die ohne oder mit geringen Zöllen in die USA gelangen könnten. "Das wäre für die deutsche Stahlbranche, für viele Arbeitsplätze in Deutschland sehr wichtig", sagte der Vizekanzler.

Mit Blick auf Trumps Druck auf die US-Notenbank und andere Institutionen nannte Klingbeil es wichtig, dass "unabhängige Institutionen unabhängig bleiben und die Politik sich da nicht einmischt". Es sei nicht sein politischer Stil, "auf unabhängige, neutrale und auch bewährte Institutionen diese Angriffe zu starten".

Trump macht seit Monaten Druck auf die Fed, den Leitzins zu senken. Zwischenzeitlich drohte er sogar mit der Entlassung von Notenbankchef Jerome Powell.

Vergangene Woche kündigte der US-Präsident zudem nach der Veröffentlichung schlechter Arbeitsmarktzahlen den Rauswurf von Statistikchefin Erika McEntarfer an, der er "Manipulation" vorwarf. In den nächsten Tagen will Trump einen "außergewöhnlichen" Nachfolger ernennen, wie er auf seiner Onlineplattform Truth Social ankündigte.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Wirtschaftsweise: AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt würde Fachkräfte abschrecken 

Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben. "Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde", sagte Schnitzer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Sonntag).

Bis September rund 52.500 Anträge für E-Auto-Prämie bewilligt

Mehr als drei Monate nach dem Start der neuen Kaufprämie für E-Autos hat das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) knapp 52.500 Anträge für die staatliche Förderung für ein Elektroauto bewilligt. Bis zum 1.September seien 52.473 Bewilligungen erteilt worden, teilte das Bafa am Samstag mit. Die Höhe der ausgezahlten Fördermittel betrug 230 Millionen Euro.

Panamakanalbehörde reduziert wegen El Niño Anzahl der täglich erlaubten Schiffe

Wegen des Klimaphänomens El Niño hat am Freitag die Reduzierung des Schiffsverkehrs im Panamakanal begonnen. Die Zahl der Schiffe, welche die Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik durchqueren dürfen, wird bis Mitte September schrittweise von 36 auf 32 pro Tag gesenkt, wie die Panamakanalbehörde mitteilte. Als Grund für die Entscheidung nannte die Behörde die niedrigen Wasserstände in den beiden künstlichen Seen, aus denen der Kanal gespeist wird.

Forscher: Tausende OpenAI-KI-Agenten kapern deutsche Website

Tausende autonome KI-Agenten des US-Technologieunternehmens OpenAI haben einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung zufolge eigenmächtig eine deutsche Programmierer-Website gekapert. Auf der frei bearbeitbaren Plattform DSEwiki hinterließen sie demnach rund 18.000 Beiträge, in denen sie Antworten auf Testfragen und Tipps zum Umgehen digitaler Sicherheitsbarrieren austauschten.

Textgröße ändern: