Deutsche Tageszeitung - Schwächelnde Industrie: Merz kündigt Stahl- und Autogipfel an

Schwächelnde Industrie: Merz kündigt Stahl- und Autogipfel an


Schwächelnde Industrie: Merz kündigt Stahl- und Autogipfel an
Schwächelnde Industrie: Merz kündigt Stahl- und Autogipfel an / Foto: © AFP

Um der schwächelnden Stahl- und Autoindustrie in Deutschland Wege aus der Konjunkturflaute zu helfen, will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu Gipfelgesprächen im Kanzleramt einladen. "Ich werde in kürzester Zeit zu einem Stahlgipfel laden", sagte Merz am Mittwochabend nach dem Koalitionsgipfel im Kanzleramt. Dabei würden Stahlerzeuger und Arbeitnehmervertreter erwartet. "Ich möchte, dass wir auf Dauer die Stahlproduktion in Deutschland erhalten", sagte Merz weiter.

Textgröße ändern:

Diese leide derzeit unter "schwierigsten Bedingungen", nicht nur wegen der Zölle der USA, sondern auch wegen "Dumpingangeboten" aus China, sagte der Kanzler.

Auch die Autoindustrie leide derzeit "massiv". Daher werde er außerdem zu einem Zukunftsdialog zur Autoindustrie einladen, sagte Merz. Der Kanzler betonte, dass nicht nur die großen Konzerne, sondern auch Zuliefererindustrie, mehrere Bundesländer und Gewerkschaften eingeladen würden.

Auch CSU-Chef Markus Söder wies nach dem Koalitionsausschuss auf die Wichtigkeit insbesondere der Autoindustrie hin. "Ohne Auto wird Deutschland nicht industriell funktionieren, es gibt keinen Ersatz dafür", sagte Söder. "Darum ist ein Autogipfel zentral, der nicht nur ein Autokaffeeklatsch werden soll."

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Raketenabwehr statt Autos: VW verkauft Werk Osnabrück an israelischen Investor

Im Volkswagen-Werk in Osnabrück sollen künftig keine Autos mehr, dafür Luftverteidigungssysteme gebaut werden. Das Land Niedersachsen, der VW-Konzern, der Investor Aurelius Capital aus Tel Aviv und der israelische Rafael-Rüstungskonzern schlossen am Montag eine entsprechende Vereinbarung. VW zieht sich demnach vollständig vom Standort Osnabrück zurück.

UN-Menschenrechtskommissar: KI könnte zur "existenziellen Gefahr für Menschheit" werden

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat eine Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) dringend angemahnt. Die KI "könnte zu einer existenziellen Gefahr für die Menschheit" werden, sagte Türk am Montag zur Eröffnung der 63. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Er rief dazu auf, "verbindliche Garantien für die Sicherheit und den Schutz im Zusammenhang mit KI zu schaffen, bevor es zu spät ist".

Industrieproduktion im Juli deutlich gesunken

Dämpfer nach zuletzt guten konjunkturellen Vorzeichen: Die Industrieproduktion ist im Juli deutlich zurückgegangen. Die Herstellung in den Unternehmen lag 2,2 Prozent unterhalb des Vormonats, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Hauptgrund dürfte demnach eine mehrwöchige Produktionspause in der Autoindustrie sein, deren Produktion besonders stark sank (minus 9,2 Prozent).

Vergleichsportal: Gaspreise klettern auf Drei-Jahres-Hoch

Die Gaspreise zeigen nach Angaben des Vergleichsportals Verivox aktuell wieder deutlich nach oben. Kurz vor der Heizsaison seien die Gaspreise am europäischen Großhandelsmarkt "auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen", teilte Verivox am Montag in Heidelberg mit. Zwar schlagen sich höhere Beschaffungskosten demnach "nicht unmittelbar in den Bestandstarifen nieder, erhöhen vor dem Winter aber den Preisdruck am Gasmarkt".

Textgröße ändern: