Deutsche Tageszeitung - Inflationsaussichten "weitgehend unverändert": EZB verlängert Zinspause

Inflationsaussichten "weitgehend unverändert": EZB verlängert Zinspause


Inflationsaussichten "weitgehend unverändert": EZB verlängert Zinspause
Inflationsaussichten "weitgehend unverändert": EZB verlängert Zinspause / Foto: © AFP

Bei der Geldpolitik im Euroraum hält die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrem abwartenden Kurs vorerst fest. Wie die Zentralbank am Donnerstag in Frankfurt am Main nach der Sitzung des EZB-Rates mitteilte, bleibt der zentrale Leitzins bei unverändert 2,0 Prozent. Bereits bei ihrer vorangegangenen Zinsentscheidung im Juli hatte die EZB eine Pause bei der Absenkung der Zinsen eingelegt.

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Hintergrund für die Zinspause ist insbesondere die zuletzt abgeschwächte Inflation. Die Teuerung der Verbraucherpreise in der Eurozone liege derzeit "in der Nähe des mittelfristigen Zielwerts" von zwei Prozent, teilte die EZB am Donnerstag mit. Zudem bleibe die Einschätzung des EZB-Rates hinsichtlich der Inflationsaussichten "weitgehend unverändert".

Die neue Prognose der Zentralbank geht von einer Gesamtinflation von durchschnittlich 2,1 Prozent in diesem Jahr aus, von 1,7 Prozent im Jahr 2026 und 1,9 Prozent im Jahr 2027. Für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone in diesem Jahr korrigierte die EZB ihre vorherige Prognose vom Juni am Donnerstag nach oben - auf 1,2 Prozent statt der zuvor erwarteten 0,9 Prozent.

Neben dem zentralen Leitzins bleiben auch die beiden anderen wichtigen Zinssätze unverändert, wie die Zentralbank weiter mitteilte. Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen können, bleibt bei 2,15 Prozent und der Leitzinssatz zur kurzfristigen Beschaffung von Geld, der Spitzenrefinanzierungssatz, bei 2,40 Prozent.

Der zeitweilig starke Anstieg der Inflation wegen der Folgen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffs auf die Ukraine hatte die EZB in den vergangenen Jahren zu starken Zinserhöhungen veranlasst, um die Teuerung einzudämmen. Im Juni 2024 läutete sie dann die Zinswende ein und lockerte mit Abklingen der Inflation auch die geldpolitischen Zügel wieder. Im Juli 2025 schwenkte die Zentralbank dann auf den aktuell abwartenden Kurs ein - vor allem angesichts der Unsicherheit wegen des Zollstreits mit den USA.

Mit Blick auf das Wirtschaftswachstum in der Eurozone trübte zuletzt die schwächelnde Konjunktur in Deutschland das Bild; Sorgen bereiten zudem die Auswirkungen der politischen Krise in Frankreich auf die Anleihemärkte.

(W.Budayev--DTZ)

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