Deutsche Tageszeitung - Verdi kündigt weiteren Warnstreik bei Tiktok in Berlin an

Verdi kündigt weiteren Warnstreik bei Tiktok in Berlin an


Verdi kündigt weiteren Warnstreik bei Tiktok in Berlin an
Verdi kündigt weiteren Warnstreik bei Tiktok in Berlin an / Foto: © AFP

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat einen weiteren Warnstreik bei Tiktok in Berlin angekündigt. Am kommenden Dienstag würden Beschäftigte der Videoplattform für vier Tage die Arbeit niederlegen, teilte Verdi am Freitag mit. Sie wollen demnach dagegen protestieren, dass Tiktok Verhandlungen über die Kündigung von Beschäftigten ablehnt, deren Arbeit zum Teil von Künstlicher Intelligenz (KI) übernommen werden soll.

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Tiktok will die Moderation von Inhalten künftig durch KI ausführen lassen oder an Drittanbieter auslagern. Auch Beschäftigte der nicht-deutschsprachigen Live-Abteilung sollen laut Verdi entlassen werden; sie sind zuständig für die Beziehungspflege zu den Content Creators, also Menschen, die Videos auf Tiktok hochladen.

Die Gewerkschaft fordert für jeden von der Kündigung betroffenen Beschäftigten eine Abfindungszahlung in Höhe von drei Jahresgehältern und eine Verlängerung der Kündigungsfrist um zwölf Monate. Am Donnerstag kommender Woche soll vor dem Berliner Arbeitsgericht über den Streit verhandelt werden. Verdi kündigte eine Kundgebung vor dem Gericht an.

Die Gewerkschaft erklärte, in der Auseinandersetzung mit Tiktok um die Kündigungen gehe es um Grundsätzliches. "Wir wollen, dass die Tech-Riesen Verantwortung übernehmen für die sozialen Folgen von Künstlicher Intelligenz", erklärte Lucas Krentel von Verdi. "Wenn zukünftig schlecht bezahlte Beschäftigte und Algorithmen Tiktok von Fake News und Gewalt freihalten sollen, dann geht der technische Fortschritt auf Kosten der Beschäftigten und der demokratischen Öffentlichkeit." Deshalb dürfe Tiktok mit seinen Plänen nicht einfach durchkommen.

(P.Hansen--DTZ)

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