Deutsche Tageszeitung - Luxusgüterkonzern Kering verkauft Kosmetiksparte an L'Oréal

Luxusgüterkonzern Kering verkauft Kosmetiksparte an L'Oréal


Luxusgüterkonzern Kering verkauft Kosmetiksparte an L'Oréal
Luxusgüterkonzern Kering verkauft Kosmetiksparte an L'Oréal / Foto: © AFP/Archiv

Neuer Chef, neuer Kurs: Der verschuldete französische Luxusgüterkonzern Kering verkauft seine Kosmetiksparte an die Konkurrenz, um sich zu sanieren. Für vier Milliarden Euro geht die Sparte an den französischen Kosmetikkonzern L'Oréal, wie Kering in der Nacht zum Montag mitteilte.

Textgröße ändern:

Seit Mitte September führt Luca De Meo Kering, er war davor Chef des Autobauers Renault. Der Verkauf soll in der ersten Jahreshälfte 2026 über die Bühne gehen. Bei den Anlegern kam die Entscheidung gut an, der Kurs von Kering stieg zu Handelsbeginn um mehr als fünf Prozent.

Kering hatte seine Kosmetiksparte erst 2023 aufgebaut, damals kaufte der Konzern die Luxusparfümmarke Creed für 3,5 Milliarden Dollar (heute rund drei Milliarden Euro). Neben dem Verkauf wollen Kering und L'Oréal auch eine "strategische Allianz" eingehen: L'Oréal erhält gegen Gebühr die Lizenzen für Kosmetikprodukte und Parfüms der "ikonischen Marken" Gucci, Bottega Veneta und Balenciaga enthalten, und zwar für einen Zeitraum von 50 Jahren. Unternehmenschef Nicolas Hieronimus erklärte, diese Marken böten "enormes Wachstumspotenzial".

Kering hatte im ersten Halbjahr mit 7,6 Milliarden Euro 16 Prozent weniger Umsatz gemacht als im Vorjahreszeitraum, der Nettogewinn fiel um 46 Prozent auf 474 Millionen Euro. Die Schulden beliefen sich auf 9,5 Milliarden Euro. Die vier Milliarden Euro aus dem Verkauf sollen nun helfen, die Schulden abzubauen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

US-Botschafter weist Vorwurf der Wahl-Einmischung in Ungarn zurück

Zwei Tage nach dem Besuch von US-Vizepräsident JD Vance in Budapest haben die USA den Vorwurf der Einmischung in die an diesem Sonntag stattfindende ungarische Parlamentswahl zurückgewiesen. Der US-Botschafter bei der Europäischen Union, Andrew Puzder, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag in Brüssel, zwar habe Vance, wie auch US-Präsident Donald Trump, sehr deutlich seine Unterstützung für den amtierenden Regierungschef Viktor Orban kundgetan, dies sei jedoch nicht als Wahl-Einmischung zu verstehen. Ungarn kündigte unterdessen an, US-Rohöl im Wert von 500 Millionen Dollar zu kaufen.

Iran-Krieg: IWF-Chefin erwartet Ernährungskrise und bis zu 50 Milliarden Dollar Hilfsbedarf

Infolge des Iran-Kriegs rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Ernährungskrise und nötigen Finanzhilfen von bis zu 50 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) für besonders bedürftige Länder. IWF-Chefin Kristalina Georgieva sagte am Donnerstag in Washington laut vorab verbreitetem Redetext, mindestens 45 Millionen Menschen seien dann voraussichtlich von Hunger betroffen. Die Nachfrage nach kurzfristigen IWF-Hilfen werde auf "zwischen 20 und 50 Milliarden US-Dollar steigen".

Studie: Deutsche Rüstungsbranche kann Nachfrage der Bundeswehr nicht bedienen

Die deutschen Rüstungsunternehmen können nach Einschätzung eines Beratungsunternehmens die Nachfrage durch die Bundeswehr auf absehbare Zeit nicht bedienen. Die deutschen Streitkräfte seien daher noch lange von Waffenimporten abhängig, berichtete der "Spiegel" am Donnerstag unter Berufung auf eine Modellrechnung der internationalen Strategieberatung Strategy&. Demnach könnte bis 2035 eine Lücke von bis zu 117 Milliarden Euro zwischen der Beschaffungsnachfrage und dem Wert der von deutschen Unternehmen produzierten Rüstungsgüter klaffen.

Merz bereitet offenbar Entlastungen vor - höhere Pendlerpauschale im Gespräch

Angesichts der weiterhin hohen Energiepreise konkretisieren sich in der Bundesregierung offenbar die Pläne für steuerliche Entlastungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist einem Bericht der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag zufolge offen für eine Erhöhung der Pendlerpauschale von derzeit 38 Cent auf bis zu 45 Cent je Kilometer. Zudem sei er für eine Senkung der Stromsteuer. Die Überlegungen zur Pendlerpauschale stießen beim Koalitionspartner SPD allerdings auf Kritik.

Textgröße ändern: