Deutsche Tageszeitung - Agrarminister Rainer: Lockerung von EU-Abhholzungsgesetz geht nicht weit genug

Agrarminister Rainer: Lockerung von EU-Abhholzungsgesetz geht nicht weit genug


Agrarminister Rainer: Lockerung von EU-Abhholzungsgesetz geht nicht weit genug
Agrarminister Rainer: Lockerung von EU-Abhholzungsgesetz geht nicht weit genug / Foto: © AFP

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hat den Vorschlag der EU-Kommission für deutliche Lockerungen des Gesetzes gegen Abholzung als nicht ausreichend kritisiert. Die Vorgaben würden weiterhin zu viel Bürokratie schaffen, erklärte Rainer am Dienstagabend. Er forderte eine "grundlegende Überarbeitung".

Textgröße ändern:

Das EU-Gesetz für entwaldungsfreie Lieferketten verbietet den Verkauf von Produkten, deren Anbaugebiete nach 2020 abgeholzt wurden. Neben Kaffee, Kakao und Palmöl gilt dies auch für Soja, Kautschuk und Rindfleisch. Unternehmen sollen die Einhaltung mit Hilfe von satellitengestützten Ortsdaten in den Anbauländern sicherstellen und an Brüssel berichten.

Das Gesetz gilt bereits, die Vorschriften greifen aber noch nicht. Auch wegen des von Waldbesitzern und Unternehmen befürchteten hohen Verwaltungsaufwandes war dies bereits verschoben worden. Am Dienstag schlug die EU-Kommission vor, die Umsetzung für kleinere Unternehmen weiter zu verschieben und über eine Neuregelung zahlreiche Unternehmen gänzlich aus der Verantwortung zu nehmen.

Rainer fordert wie weitere EU-Länder und die Waldbesitzer in Deutschland aber, dass ganze Länder als "risikofrei" eingestuft werden. Das sei die wichtigste Forderung und sie sei im Vorschlag der Kommission nicht enthalten, kritisierte der Minister. "In Deutschland gibt es keine Entwaldung, das muss sich in der Verordnung auch widerspiegeln."

Das Gesetz sieht in seiner aktuellen Form drei verschiedene Risiko-Kategorien vor. Alle EU-Länder werden einem niedrigen Risiko zugeordnet, Unternehmen müssen also weniger Informationen an die Kommission liefern. Die Brüsseler Behörde hält es für höchst kompliziert, eine Nullrisiko-Kategorie im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zu schaffen.

Rainer kritisierte außerdem, dass die Vorschriften nur für kleinere Unternehmen erneut verschoben werden sollen. Insgesamt sei der Vorschlag "nicht akzeptabel und muss dringend überarbeitet werden". Wirtschaftsverbände äußerten sich ähnlich, die Bauwirtschaft etwa forderte eine Aussetzung des Gesetzes. Umweltschützer hingegen warnten, dass bereits der Vorschlag der EU-Kommission die Entwaldungsverordnung aushöhle.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Isar Aerospace: Erfolgreicher Start von Trägerrakete "nur ein erster Schritt"

Der erfolgreiche Flug der Trägerrakete Spectrum in die Erdumlaufbahn war nach den Worten des Chefs des bayerischen Startups Isar Aerospace, Daniel Metzler, nur "ein erster Schritt". "Das Ziel war nicht, nur eine Rakete zu starten, sondern viele Raketen zu starten", sagte Metzler am Sonntag bei einer Online-Pressekonferenz. Ein weiterer Startplatz in Kanada sei bereits im Bau, neben dem norwegischen Weltraumbahnhof Andöya, von dem aus Spectrum am Samstag als erste privat entwickelte Rakete vom europäischen Kontinent aus geflogen war. Das Unternehmen sei darüber hinaus mit mehr als zwei Dutzend Ländern im Gespräch, sagte Metzler weiter.

Wirtschaftsweise: AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt würde Fachkräfte abschrecken 

Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben. "Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde", sagte Schnitzer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Sonntag).

Bis September rund 52.500 Anträge für E-Auto-Prämie bewilligt

Mehr als drei Monate nach dem Start der neuen Kaufprämie für E-Autos hat das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) knapp 52.500 Anträge für die staatliche Förderung für ein Elektroauto bewilligt. Bis zum 1.September seien 52.473 Bewilligungen erteilt worden, teilte das Bafa am Samstag mit. Die Höhe der ausgezahlten Fördermittel betrug 230 Millionen Euro.

Panamakanalbehörde reduziert wegen El Niño Anzahl der täglich erlaubten Schiffe

Wegen des Klimaphänomens El Niño hat am Freitag die Reduzierung des Schiffsverkehrs im Panamakanal begonnen. Die Zahl der Schiffe, welche die Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik durchqueren dürfen, wird bis Mitte September schrittweise von 36 auf 32 pro Tag gesenkt, wie die Panamakanalbehörde mitteilte. Als Grund für die Entscheidung nannte die Behörde die niedrigen Wasserstände in den beiden künstlichen Seen, aus denen der Kanal gespeist wird.

Textgröße ändern: