Deutsche Tageszeitung - Ministerpräsidentenkonferenz: Zivilschutz stärken und Frauen besser schützen

Ministerpräsidentenkonferenz: Zivilschutz stärken und Frauen besser schützen


Ministerpräsidentenkonferenz: Zivilschutz stärken und Frauen besser schützen
Ministerpräsidentenkonferenz: Zivilschutz stärken und Frauen besser schützen / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundesländer haben eine Stärkung des Zivilschutzes gefordert. "Nach der 'Zeitenwende' in der Bundeswehr brauchen wir auch eine 'Zeitenwende' in der zivilen Verteidigung", erklärte der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, der rheinland-pfälzische Regierungschef Alexander Schweitzer (SPD), zum Abschluss eines Treffens mit seinen Länderkollegen am Freitag in Mainz.

Textgröße ändern:

Damit die Länder Aufgaben der Zivilverteidigung wahrnehmen könnten, brauche es klare Zuständigkeiten und "klare Finanzierungszusagen des Bundes". Das betreffe zum Beispiel Systeme zur Warnung der Bevölkerung, zur Bevorratung von Lebensmitteln, Medikamenten und Ausrüstung, die Sicherung schutzbedürftiger Infrastruktur sowie die Abwehr von Cyberangriffen und Sabotage.

Mit Blick auf die steigenden Rüstungsausgaben in Deutschland drangen die Ministerpräsidenten darauf, deutsche Unternehmen daran teilhaben zu lassen. Darin liege auch eine "Chance" für das verarbeitende Gewerbe, aber auch neue Möglichkeiten etwa für Automobilzulieferer.

Die Länderregierungschefs beschlossen zudem ein "Sicherheitspaket für Deutschland", in dem sie unter anderem einen besseren Schutz von Frauen gegen Gewalt, zum Beispiel durch die elektronische Fußfessel fordern. Der Bund wird außerdem aufgefordert, eine Rechtsgrundlage dafür zu schaffen, ausreisepflichtige Straftäter bis zur Abschiebung in Gewahrsam zu nehmen.

Mit Blick auf die Diskussionen über überbordende Ausgaben für Sozialleistungen und eine nötige Sozialreform wollen die Länder zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang Dezember Vorschläge vorlegen. So könnten Sozialleistungen, die bislang in unterschiedlichen Ämtern beantragt werden müssen, zusammengelegt werden. Ein solches Beispiel wäre Schweitzer zufolge die Zusammenlegung von Wohngeld und Kinderzuschlag. Man dürfe die Diskussion "nicht über Kürzungsfetischismus führen", es gehe um sachliche Vorschläge.

Schweitzer bekräftigte zugleich die Forderung nach einer ausreichenden Finanzierung von Sozialleistungen, die vor allem die Kommunen zu tragen haben. Wenn der Bund neue Aufgaben gesetzlich verankere oder Sozialleistungen erhöhe, "muss er sich auch für eine entsprechende auskömmliche Finanzausstattung der Kommunen einsetzen".

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Bundesverkehrsminister: Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer "spannende Idee"

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) unterstützt die Idee, ein neues Ticket für gelegentliche Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel in ganz Deutschland einzuführen. "Das Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer ist eine spannende Idee. Denn ein einfacher Zugang zu den Angeboten von Bus und Bahn ist wichtig", sagte der Minister dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagsausgabe). Die Digitalisierung könne dazu neue Möglichkeiten schaffen.

"Rassistischer Terroranschlag": Ein Toter bei Angriff in Pariser Vorstadt

Bei einem offenbar rassistisch motivierten Anschlag auf offener Straße im Großraum Paris hat ein Mann einen Menschen erschossen und fünf weitere verletzt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach am Freitag von einem "rassistischen Terroranschlag". Der polizeibekannte Angreifer konnte festgenommen werden. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen zu dem Angriff, bei dem auch ein zwölfjähriges Mädchen schwer verletzt wurde.

Weißes Haus: Melania Trump vermittelt Waffenruhe in südukrainischer Stadt Oleschky

First Lady Melania Trump hat nach US-Angaben eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht. Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump habe "erfolgreich eine Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine bewirkt, die auf die Stadt Oleschky begrenzt ist", erklärte ihr Büro im Weißen Haus am Freitag. Die Waffenruhe solle ab dem kommenden Donnerstag gelten.

VW und IG Metall beharren im Streit um gekündigte Tarifverträge auf Positionen

Keine Annäherung im Streit um den massiven Sparkurs bei Volkswagen: Der Autobauer beharrte nach einem Krisentreffen am Freitag auf der Position, "angesichts der drastisch verschlechterten wirtschaftlichen Lage (...) so schnell wie möglich die Arbeitskosten zu senken". Ein Angebot zu Verhandlungen über Transfergesellschaften für bisherige Beschäftigte lehnte die IG Metall kategorisch ab. Die Gewerkschaft drohte mit Streiks ab dem Jahresende.

Textgröße ändern: