Deutsche Tageszeitung - Untersuchung: Standortkosten sind nicht Grund für Probleme im Luftfahrtsektor

Untersuchung: Standortkosten sind nicht Grund für Probleme im Luftfahrtsektor


Untersuchung: Standortkosten sind nicht Grund für Probleme im Luftfahrtsektor
Untersuchung: Standortkosten sind nicht Grund für Probleme im Luftfahrtsektor / Foto: © AFP/Archiv

Die von der Luftfahrtbranche vielfach als zu hoch angeprangerten Standortkosten an deutschen Flughäfen sind einer Untersuchung der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zufolge nicht entscheidend für den Rückgang der Passagierzahlen. In Deutschland gehe der Rückgang vor allem auf die Entwicklung des Inlandsmarkts zurück, erklärte T&E am Mittwoch. Und dafür seien vor allem weniger Geschäftsreisen nach der Corona-Pandemie sowie die Monopolstellung der Lufthansa verantwortlich.

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Die Autoren der Untersuchung haben einen statistischen Zusammenhang von Standortkosten mit den Passagierzahlen an europäischen Flughäfen geprüft. Im Ergebnis sei dieser kaum feststellbar: "Ein Flughafen mit niedrigen Gebühren erhält nicht automatisch mehr Flüge, und ein Flughafen mit hohen Standortkosten kann dennoch viele Passagiere anziehen, wenn er strategisch wichtig ist."

Eine Tendenz ist demnach deutlich ersichtlich, nämlich dass Flughäfen mit höheren Standortkosten in der Regel mehr Passagiere abfertigen. Doch "gerade kleinere Flughäfen weisen eine enorme Spannweite an Standortkosten auf - ohne erkennbaren Einfluss auf die Passagierzahlen".

Die Routenplanung von Airlines werde vor allem "durch Hub-Strukturen, internationale Abkommen und Marktstrategien bestimmt", führen die Experten weiter aus. Die Standortkosten hingegen fielen nur ins Gewicht, "wenn zwei Flughäfen räumlich nah beieinanderliegen und ansonsten sehr ähnlich sind". Das sei aber nur selten der Fall.

T&E verweist mit Blick auf die Entwicklung des Fluggastaufkommens eine Prognose des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), wonach internationale Flugverbindungen wieder nahezu das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht haben. "Der innerdeutsche Verkehr liegt dagegen erst bei 53 Prozent des Vorkrisenniveaus."

T&E schließt daraus, dass die Politik nicht den Rufen der Airlines nach geringeren Steuern oder anderen Vorteilen nachgeben sollte. "Damit würden dringend benötigte Einnahmen verschenkt, die in den Staatshaushalten fest verankert sind - und die zudem in die Entwicklung klimafreundlicher Luftfahrttechnologien investiert werden könnten."

(A.Stefanowych--DTZ)

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