Deutsche Tageszeitung - Schneider will Atomendlager-Suche beschleunigen - Fachleute legen Bericht vor

Schneider will Atomendlager-Suche beschleunigen - Fachleute legen Bericht vor


Schneider will Atomendlager-Suche beschleunigen - Fachleute legen Bericht vor
Schneider will Atomendlager-Suche beschleunigen - Fachleute legen Bericht vor / Foto: © AFP/Archiv

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will den Entscheidungsprozess bei der Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager beschleunigen. Ihm sei wichtig, bei der Suche "ab 2027 deutlich schneller voranzukommen", erklärte Schneider am Montag in Berlin. "Das sind wir nicht zuletzt den Menschen schuldig, die in den Regionen mit den Zwischenlagern leben." Der Minister kündigte für Anfang 2026 die Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfs an.

Textgröße ändern:

Schneider äußerte sich anlässlich der Vorlage des neuen Zwischenberichts der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) über den Stand der Suche nach einem geeigneten Ort für ein Endlager. In ihrem Bericht grenzten die Fachleute die Regionen im Bundesgebiet, die grundsätzlich für ein solches Lager in Frage kämen, deutlich auf etwa ein Viertel der Bundesfläche ein.

In einem vor fünf Jahren veröffentlichten Zwischenbericht hatte die BGE noch etwa 54 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands als Gebiete ausgewiesen, die auf ihre Eignung für ein Endlager untersucht werden sollte.

"Die Arbeiten der BGE kommen gut voran", erklärte Minister Schneider am Montag. "Schrittweise werden nun die Regionen eingegrenzt bis auf wenige konkrete Regionen, die in der zweiten Phase der Endlagersuche näher untersucht werden sollen." Diesen Vorschlag werde die BGE Ende 2027 vorlegen.

Für den Zwischenbericht untersuchte die BGE zunächst ausschließlich auf Grundlage vorliegender geologischer Daten mögliche Lagerstätten in den drei Wirtsgesteinen Salz, Ton und Kristallin. Zwingende Voraussetzungen sind ein 300 Meter starkes Deckgebirge sowie eine Mächtigkeit des Wirtsgesteins von mindestens 100 Metern.

Auf Grundlage des Zwischenberichts soll in den kommenden Jahren die Standortsuche weiter eingegrenzt werden. Die bisherige gesetzliche Planung sieht vor, das Auswahlverfahren bis 2031 abzuschließen. Die Standortentscheidung trifft letztlich der Bundestag.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Bundesverkehrsminister: Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer "spannende Idee"

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) unterstützt die Idee, ein neues Ticket für gelegentliche Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel in ganz Deutschland einzuführen. "Das Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer ist eine spannende Idee. Denn ein einfacher Zugang zu den Angeboten von Bus und Bahn ist wichtig", sagte der Minister dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagsausgabe). Die Digitalisierung könne dazu neue Möglichkeiten schaffen.

"Rassistischer Terroranschlag": Ein Toter bei Angriff in Pariser Vorstadt

Bei einem offenbar rassistisch motivierten Anschlag auf offener Straße im Großraum Paris hat ein Mann einen Menschen erschossen und fünf weitere verletzt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach am Freitag von einem "rassistischen Terroranschlag". Der polizeibekannte Angreifer konnte festgenommen werden. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen zu dem Angriff, bei dem auch ein zwölfjähriges Mädchen schwer verletzt wurde.

Weißes Haus: Melania Trump vermittelt Waffenruhe in südukrainischer Stadt Oleschky

First Lady Melania Trump hat nach US-Angaben eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht. Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump habe "erfolgreich eine Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine bewirkt, die auf die Stadt Oleschky begrenzt ist", erklärte ihr Büro im Weißen Haus am Freitag. Die Waffenruhe solle ab dem kommenden Donnerstag gelten.

VW und IG Metall beharren im Streit um gekündigte Tarifverträge auf Positionen

Keine Annäherung im Streit um den massiven Sparkurs bei Volkswagen: Der Autobauer beharrte nach einem Krisentreffen am Freitag auf der Position, "angesichts der drastisch verschlechterten wirtschaftlichen Lage (...) so schnell wie möglich die Arbeitskosten zu senken". Ein Angebot zu Verhandlungen über Transfergesellschaften für bisherige Beschäftigte lehnte die IG Metall kategorisch ab. Die Gewerkschaft drohte mit Streiks ab dem Jahresende.

Textgröße ändern: