Deutsche Tageszeitung - Sexpuppen mit kindlichen Zügen: Online-Anbieter Shein in Frankreich unter Druck

Sexpuppen mit kindlichen Zügen: Online-Anbieter Shein in Frankreich unter Druck


Sexpuppen mit kindlichen Zügen: Online-Anbieter Shein in Frankreich unter Druck
Sexpuppen mit kindlichen Zügen: Online-Anbieter Shein in Frankreich unter Druck / Foto: © AFP/Archiv

Kurz vor der Eröffnung ihres weltweit ersten Geschäfts in Paris gerät die Online-Verkaufsplattform Shein wegen des Verkaufs von Sexpuppen mit kindlichen Zügen zunehmend unter Druck. Vertreter des Unternehmens müssten innerhalb von zwei Wochen vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss erscheinen, teilte der zuständige Abgeordnete Antoine Vermorel-Marques am Montag in Paris mit. "Kein wirtschaftlicher Akteur steht über dem Gesetz", betonte er im Onlinedienst X.

Textgröße ändern:

Zuvor hatte Wirtschaftsminister Roland Lescure gedroht, Shein den Zugang zum französischen Markt zu verwehren. "Wenn sich dies wiederholt, werde ich das in die Wege leiten", sagte Lescure dem Sender BFM mit Blick auf die angebotenen Sexpuppen mit kindlichem Aussehen. Die Kinder-Beauftragte der Regierung, Sarah El-Haïry, nannte die angebotenen Puppen "pädokriminelle Objekte". Sie kündigte rechtliche Schritte gegen weitere Plattformen an, die solche Sexpuppen anbieten.

"Shein lügt", kritisierte der Vorsitzende eines Kinderschutzvereins, Arnaud Gallais. Die umstrittenen Puppen seien noch immer im Onlinehandel von Shein in anderen Ländern im Angebot. Eine geschützte Internetverbindung reiche aus, um sie nach Frankreich liefern zu lassen. Shein äußerte sich auf Nachfrage der AFP zunächst nicht dazu.

Die französische Anti-Betrugsbehörde hatte am Samstag die Justiz eingeschaltet. Die Sexpuppen mit "kindlichem Aussehen" seien auf eine Art beschrieben, dass an dem "pädopornografischen Charakter" kaum zu zweifeln sei.

Das Unternehmen teilte am selben Tag mit, die Puppen aus dem Angebot entfernt zu haben. Es werde untersucht, wie die Anzeigen auf die Verkaufsplattform gelangen und unternehmensinterne Kontrollen umgangen werden konnten.

Französische Medien veröffentlichten Screenshots der Puppe, die einen Teddy im Arm hält. In der Produktbeschreibung heiße es, dass sie einen "erotischen Körper" habe und ein "Spielzeug für die männliche Masturbation" sei, berichtete die Zeitschrift "Le Point". Die Puppe sei für knapp 190 Euro angeboten worden.

Shein will am Mittwoch sein weltweit erstes Ladengeschäft im Pariser Kaufhaus BHV eröffnen. Diese Pläne haben massive Proteste ausgelöst. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil es die Märkte mit Billigwaren überschwemmt, die unter ökologisch und sozial fragwürdigen Bedingungen hergestellt werden.

Die französischen Behörden haben gegen die in China gegründete Online-Plattform in diesem Jahr bereits drei Strafen im Umfang von insgesamt 191 Millionen Euro verhängt - wegen Verstößen gegen Vorschriften für Online-Cookies, irreführender Werbung sowie nicht deklarierten Mikroplastiks in seinen Produkten.

Auch die EU ermittelt gegen Shein wegen möglicher Verstöße gegen EU-Gesetze zum Verbraucherschutz und die Regeln für Online-Plattformen.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Argentinien erleichtert Abbau von Metallen in Gletschergebieten

In Argentinien hat das Unterhaus nach fast zwölfstündiger Debatte eine umstrittene Reform des sogenannten "Gletscher-Gesetzes" verabschiedet. Erleichtert wird damit der Abbau von Metallen wie Kupfer, Lithium und Silber in Gletschergebieten der Anden. Die Reform von Präsident Javier Milei war im Februar bereits vom Senat gebilligt worden. Umweltschützer protestieren; sie argumentieren, diese Zonen seien wichtig für die Wasserversorgung.

Merz ruft zu Reformbereitschaft auf: "Wir müssen uns alle zusammen anstrengen"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zu Reformbereitschaft aufgerufen. "Wir müssen unser Land wieder fit machen. Wir müssen uns alle zusammen anstrengen", sagte Merz in einem am Donnerstag veröffentlichten Video. Ziel müsse es sein, "dass wir wieder wettbewerbsfähig werden auf der internationalen Bühne, dass wir Arbeitskräfte in der Industrie erhalten und dass wir ein wohlhabendes Land in Freiheit und in Frieden bleiben".

Öffentliche Schulden im vierten Quartal um über 50 Milliarden Euro gestiegen

Die Schulden der öffentlichen Haushalte sind im vierten Quartal 2025 um 50,8 Milliarden Euro gestiegen. Insgesamt waren die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und Sozialversicherung inklusive aller Extrahaushalte mit 2661,5 Milliarden Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum dritten Quartal 2025 waren das 1,9 Prozent mehr. Gegenüber dem letzten Quartal 2024 erhöhte sich die Verschuldung um sechs Prozent oder 151 Milliarden Euro.

Industrieproduktion im Februar stabil - Einbußen im Baugewerbe

Die Industrieproduktion in Deutschland ist im Februar nahezu stabil geblieben: Sie sank im Vergleich zum Januar saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. In der Pharmaindustrie ging die Produktion dabei stark um 4,4 Prozent zurück, in der Automobilindustrie dagegen stieg sie um 1,7 Prozent.

Textgröße ändern: