Deutsche Tageszeitung - Behörden in Belgien untersuchen mehrere Drohnenvorfälle

Behörden in Belgien untersuchen mehrere Drohnenvorfälle


Behörden in Belgien untersuchen mehrere Drohnenvorfälle
Behörden in Belgien untersuchen mehrere Drohnenvorfälle / Foto: © AFP

In Belgien haben die Behörden am Mittwoch mehrere Drohnensichtungen untersucht. Nach Flugausfällen an mehreren Flughäfen erklärte Innenminister Bernard Quintin, es seien Ermittlungen zur Anzahl der beteiligten Drohnen im Gange. Die Regierung in Brüssel wollte am Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung ihres Nationalen Sicherheitsrates einberufen, um über die Vorfälle zu beraten.

Textgröße ändern:

Nach Flugausfällen infolge eines Drohnenvorfalls lief der Betrieb am Brüsseler Flughafen Zaventem am Mittwoch allmählich wieder an. Etwa 80 Flüge waren wegen der mutmaßlichen Sichtung von Drohnen am Dienstag ausgefallen, wie eine Flughafensprecherin der Nachrichtenagentur AFP sagte. Zwischen 400 und 500 Passagiere hätten die Nacht am Flughafen verbracht.

Die belgische Flugsicherung Skeyes hatte den Flugverkehr wegen der mutmaßlichen Drohnensichtung in der Nähe der Flughäfen Brüssel-Zaventem und Lüttich am Dienstabend vorübergehend eingestellt. Lüttich ist ein wichtiges Drehkreuz für den Frachtverkehr, das viele Nachtflüge abfertigt. Auch der Flughafen Charleroi südlich von Brüssel war betroffen.

Ein Sprecher des Flughafens Lüttich nannte die Vorfälle "besorgniserregend für die nationale Sicherheit". Nach einer sechsstündigen Unterbrechung konnten die Flüge am Flughafen Lüttich dem Sprecher zufolge am frühen Mittwochmorgen wieder aufgenommen werden.

Am Mittwochabend gingen bei den Behörden zudem mehrere Meldungen über eine mögliche Drohne in der Nähe einer Kaserne in Heverlee östlich von Brüssel ein. Die örtliche Polizei konnte jedoch nicht bestätigen, ob es sich bei dem Gerät um eine Drohne gehandelt habe, teilte ein Sprecher AFP mit.

Das flämische Medienunternehmen HLN berichtete ebenfalls über weitere Drohnensichtungen in der Nähe der Militärbasis Kleine-Brogel am Dienstagabend, aber auch dies wurde von den Behörden nicht bestätigt.

"Die Häufung von Vorfällen mit Drohnen hat direkte Auswirkungen auf die Sicherheit unseres Landes", schrieb Innenminister Quintin im Onlinedienst X. "Wir müssen ruhig, ernsthaft und koordiniert handeln."

In Belgien war es in den vergangenen Tagen wiederholt zu Drohnensichtungen gekommen, insbesondere über dem Luftwaffenstützpunkt Kleine-Brogel nahe der niederländischen Grenze. Anfang Oktober waren über dem belgischen Armeestandort Elsenborn nahe der Grenze zu Deutschland mehrere Drohnen gesichtet worden.

Zuletzt hatte es in Europa immer wieder Drohnenvorfälle an Flughäfen und Militäreinrichtungen gegeben. Am Bremer Flughafen wurde am Sonntagabend wegen der Sichtung einer Drohne kurzzeitig der Flugverkehr unterbrochen worden. Am Freitagabend wurde der Flugbetrieb am Berliner Hauptstadtflughafen BER wegen der Sichtung einer Drohne für fast zwei Stunden unterbrochen.

Bereits im September hatten mysteriöse Drohnensichtungen vor allem in Dänemark für Aufsehen gesorgt.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Wirtschaftsweise: AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt würde Fachkräfte abschrecken 

Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben. "Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde", sagte Schnitzer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Sonntag).

Bis September rund 52.500 Anträge für E-Auto-Prämie bewilligt

Mehr als drei Monate nach dem Start der neuen Kaufprämie für E-Autos hat das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) knapp 52.500 Anträge für die staatliche Förderung für ein Elektroauto bewilligt. Bis zum 1.September seien 52.473 Bewilligungen erteilt worden, teilte das Bafa am Samstag mit. Die Höhe der ausgezahlten Fördermittel betrug 230 Millionen Euro.

Panamakanalbehörde reduziert wegen El Niño Anzahl der täglich erlaubten Schiffe

Wegen des Klimaphänomens El Niño hat am Freitag die Reduzierung des Schiffsverkehrs im Panamakanal begonnen. Die Zahl der Schiffe, welche die Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik durchqueren dürfen, wird bis Mitte September schrittweise von 36 auf 32 pro Tag gesenkt, wie die Panamakanalbehörde mitteilte. Als Grund für die Entscheidung nannte die Behörde die niedrigen Wasserstände in den beiden künstlichen Seen, aus denen der Kanal gespeist wird.

Forscher: Tausende OpenAI-KI-Agenten kapern deutsche Website

Tausende autonome KI-Agenten des US-Technologieunternehmens OpenAI haben einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung zufolge eigenmächtig eine deutsche Programmierer-Website gekapert. Auf der frei bearbeitbaren Plattform DSEwiki hinterließen sie demnach rund 18.000 Beiträge, in denen sie Antworten auf Testfragen und Tipps zum Umgehen digitaler Sicherheitsbarrieren austauschten.

Textgröße ändern: