Deutsche Tageszeitung - Britische Ministerin: Vorwürfe zu BBC-Doku über Trump "äußerst schwerwiegend"

Britische Ministerin: Vorwürfe zu BBC-Doku über Trump "äußerst schwerwiegend"


Britische Ministerin: Vorwürfe zu BBC-Doku über Trump "äußerst schwerwiegend"
Britische Ministerin: Vorwürfe zu BBC-Doku über Trump "äußerst schwerwiegend" / Foto: © AFP

In Großbritannien hat Kulturministerin Lisa Nandy die Vorwürfe gegen den Sender BBC wegen eines irreführenden Zusammenschnitts von Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump als "äußerst schwerwiegend" bezeichnet. Nandy sagte am Sonntag bei BBC News, sie habe mit dem Chef der Rundfunkanstalt, Samir Shah, inzwischen gesprochen, der sich am Montag vor einem Parlamentsausschuss erklären muss.

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Mehrere Medien rechneten mit einer Entschuldigung. Die Zeitung "The Daily Telegraph" hatte am Dienstag berichtet, dass die BCC in ihrem Nachrichtenformat "Panorama" Teile der von Trump am 6. Januar 2021 vor der Erstürmung des Kapitols in Washington gehaltenen Rede montiert habe.

In der nach seiner Niederlage bei der Wahl gegen Ex-Präsident Joe Biden gehaltenen Rede behauptete Trump, um den Wahlsieg betrogen worden zu sein, daher sollten seine Anhänger "kämpfen wie der Teufel". Am selben Tag stürmten tausende seiner Anhänger das Kapitol in Washington.

In der unbearbeiteten Aufnahme der Rede sagt Trump an einer Stelle: "Wir werden zum Kapitol marschieren und unsere tapferen Senatoren und Abgeordneten im Kongress anfeuern." In einem deutlich späteren Abschnitt der Rede erklärte Trump dann mit Blick auf das Wahlergebnis, es sei etwas schief gelaufen, das könne nicht sein, "und wir kämpfen, kämpfen wie der Teufel". In der BBC-Dokumentation hingegen wurden die beiden Sätze direkt aneinander gefügt, sodass der Eindruck verstärkt wird, Trump habe seine Anhänger direkt zum Sturm auf den Sitz des US-Kongresses aufgerufen.

Wegen seiner Rolle bei der Erstürmung des Kapitols wurde Trump im Jahr 2023 unter anderem wegen Verschwörung zur Behinderung einer offiziellen Amtshandlung sowie zum Betrug an den Vereinigten Staaten angeklagt. Aber nach Trumps Wahlsieg am 5. November 2024 sah sich der Sonderermittler Jack Smith gezwungen, das Strafverfahren gegen den Rechtspopulisten einzustellen.

Die Dokumentation mit dem Titel "Trump: A Second Chance?" (Trump: Eine zweite Chance?) war eine Woche vor der US-Präsidentenwahl am 5. November ausgestrahlt worden. Ein BBC-Sprecher sagte, Shah werde am Montag dem Ausschuss für Kultur und Medien des Parlaments eine "ausführliche Antwort" geben. Ministerin Nandy zeigte sich "zuversichtlich", dass die Leitung des Senders "die Angelegenheit mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandle".

Es gehe nicht nur um die Sendung "Panorama", sondern "um eine Reihe sehr schwerwiegender Vorwürfe, von denen der schwerwiegendste lautet, dass es bei der Berichterstattung über schwierige Themen bei der BBC eine systemische Voreingenommenheit gibt", erklärte die Ministerin für Kultur, Medien und Sport weiter.

(L.Svenson--DTZ)

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