Deutsche Tageszeitung - Französischer Handel verklagt Shein wegen unlauteren Wettbewerbs

Französischer Handel verklagt Shein wegen unlauteren Wettbewerbs


Französischer Handel verklagt Shein wegen unlauteren Wettbewerbs
Französischer Handel verklagt Shein wegen unlauteren Wettbewerbs / Foto: © AFP/Archiv

Der asiatische Onlinehändler Shein, der kürzlich einen ersten dauerhaften Laden in Paris eröffnet hat, bekommt weiter starken Gegenwind in Frankreich: Mehrere Handelsverbände haben Shein wegen "unlauteren Wettbewerbs" verklagt. Das Geschäftsmodell von Shein basiere auf der "Nichteinhaltung der in Frankreich geltenden Vorschriften", heißt es in einer Mitteilung mehrerer Branchenverbände vom Mittwochabend. Etwa hundert Marken, darunter Monoprix und Promod, haben sich der Initiative angeschlossen.

Textgröße ändern:

Sie fordern Schadensersatz für wirtschaftliche Schäden, die nach Einschätzung des Anwalts Cédric Dubucq mehrere hundert Millionen Euro umfassen könnten. Shein wies die Vorwürfe zurück. "Es ist bedauerlich, dass diese Akteure den gerichtlichen Konflikt einem konstruktiven Dialog vorziehen", sagte ein Sprecher. Es handle sich vielmehr um einen Boykottaufruf.

Die französische Justiz ermittelt gegen den in China gegründeten Onlinehändler mit Sitz in Singapur wegen der Verbreitung von Darstellungen Minderjähriger mit pornografischem Charakter. Auslöser war das Angebot kinderpornographischer Sexpuppen.

Die Proteste gegen Shein richten sich aber auch gegen das Überschwemmen des europäischen Marktes mit synthetischer Billigkleidung, die nach Ansicht der Kritiker unter ökologisch und sozial fragwürdigen Bedingungen hergestellt und geliefert wird. Die Eröffnung weiterer Geschäfte in Frankreich wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Unterdessen verabschiedete die französische Nationalversammlung in der Nacht zu Donnerstag eine Steuer in Höhe von zwei Euro auf kleine Pakete aus dem nichteuropäischen Ausland. Diese zielt insbesondere auf die Onlinebestellungen bei Shein und anderen Plattformen ab.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Wirtschaftsweise: AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt würde Fachkräfte abschrecken 

Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben. "Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde", sagte Schnitzer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Sonntag).

Bis September rund 52.500 Anträge für E-Auto-Prämie bewilligt

Mehr als drei Monate nach dem Start der neuen Kaufprämie für E-Autos hat das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) knapp 52.500 Anträge für die staatliche Förderung für ein Elektroauto bewilligt. Bis zum 1.September seien 52.473 Bewilligungen erteilt worden, teilte das Bafa am Samstag mit. Die Höhe der ausgezahlten Fördermittel betrug 230 Millionen Euro.

Panamakanalbehörde reduziert wegen El Niño Anzahl der täglich erlaubten Schiffe

Wegen des Klimaphänomens El Niño hat am Freitag die Reduzierung des Schiffsverkehrs im Panamakanal begonnen. Die Zahl der Schiffe, welche die Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik durchqueren dürfen, wird bis Mitte September schrittweise von 36 auf 32 pro Tag gesenkt, wie die Panamakanalbehörde mitteilte. Als Grund für die Entscheidung nannte die Behörde die niedrigen Wasserstände in den beiden künstlichen Seen, aus denen der Kanal gespeist wird.

Forscher: Tausende OpenAI-KI-Agenten kapern deutsche Website

Tausende autonome KI-Agenten des US-Technologieunternehmens OpenAI haben einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung zufolge eigenmächtig eine deutsche Programmierer-Website gekapert. Auf der frei bearbeitbaren Plattform DSEwiki hinterließen sie demnach rund 18.000 Beiträge, in denen sie Antworten auf Testfragen und Tipps zum Umgehen digitaler Sicherheitsbarrieren austauschten.

Textgröße ändern: