Deutsche Tageszeitung - Experte: China wird dieses Jahr fast acht Millionen reine E-Autos bauen

Experte: China wird dieses Jahr fast acht Millionen reine E-Autos bauen


Experte: China wird dieses Jahr fast acht Millionen reine E-Autos bauen
Experte: China wird dieses Jahr fast acht Millionen reine E-Autos bauen / Foto: © AFP/Archiv

Autohersteller in China - darunter auch Tesla, Volkswagen und seine Tochter Audi - werden in diesem Jahr nach Berechnungen von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer fast acht Millionen Elektroautos produzieren. In den ersten neun Monaten des Jahres seien 6,52 Millionen rein elektrische Autos hergestellt worden, bis Jahresende dürften es 7,9 Millionen Fahrzeuge sein, erklärte Dudenhöffer am Freitag. Die Zahlen dürften auch im Jahr 2026 weiter steigen.

Textgröße ändern:

Die 6,52 Millionen bis Ende September gebauten E-Autos bedeuten eine Produktionssteigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent, erklärte Dudenhöffer. Die Produktion reiner E-Autos habe sich damit "deutlich dynamischer" als die gesamte Autoproduktion entwickelt; diese stieg um 15 Prozent.

Die Produktion von Plugin-Hybriden kletterte demnach um 22 Prozent auf rund drei Millionen Fahrzeuge, die von Range Extendern um sechs Prozent auf etwa 800.000 Autos. Range Extender haben einen Verbrennungsmotor, der die Batterie lädt, das Auto fährt mit Strom.

Insgesamt produzierten die Unternehmen in China bis September demnach 20,8 Millionen Fahrzeuge. Reine Elektroautos hatten also einen Anteil von 31 Prozent - auch dies ist eine Steigerung zum Vorjahreszeitraum, so der Experte.

"Die Autonation China ist auf dem Wege zum Produktions-Eldorado für Elektroautos", erklärte Dudenhöffer. China besitze die wichtigen Scales, also Größenvorteile, um seine führende Position in Zukunft weiter auszubauen. "Und selbst wenn chinesische Autobauer im Ausland produzieren, kann man davon ausgehen, dass große Anteile an der Wertschöpfung bei der Produktion aus China zugeliefert werden." Die Dominanz der chinesischen Zulieferindustrie – und damit auch internationale Zulieferer, die in China produzieren - werde größer. In China gebe es auch die weltweit größten Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien.

Größter Elektroautobauer in China ist BYD; es produzierte den Angaben zufolge bis September 1,58 Millionen reine Elektroautos. An zweiter Stelle folgt Geely, an dritter Stelle der US-Autobauer Tesla mit einem Werk in Shanghai. Dort liefen bis September laut Dudenhöffer 49 Prozent aller weltweit produzierten Tesla vom Band. Volkswagen und Audi wollen laut Dudenhöffer 2026 neue, für den chinesischen Markt entwickelten E-Autos auf den Markt bringen - für die Marke VW werde "das Ende der Autoexporte von Deutschland nach China eingeleitet".

Der E-Auto-Produktionsstandort China sei eine "sehr große Herausforderung" für die Autonation Deutschland, erklärte Dudenhöffer. Die Entwicklung in China sei "ein Zeichen dafür, dass wir in Deutschland unsere Kostenposition und Wettbewerbsfähigkeit immer stärker verlieren".

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

USA fordern von Iran sofortige Öffnung der Straße von Hormus

Die USA haben den Iran zur sofortigen Öffnung der Straße von Hormus gedrängt. Präsident Donald Trump erwarte, dass die Meerenge "unverzüglich, schnell und sicher wieder geöffnet" werde, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Mittwoch in Washington. Jede Schließung sei "völlig inakzeptabel".

Kabinenpersonal bei der Lufthansa am Freitag zu Streik aufgerufen

Bei der Lufthansa ist das Kabinenpersonal für Freitag zum Streik aufgerufen. Bestreikt werden sollten zwischen 00.01 und 22:00 Uhr Abflüge der Lufthansa AG von den Flughäfen Frankfurt am Main und München, teilte die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Mittwoch mit. Grund seien die gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag.

Experten rechnen trotz Iran-Waffenruhe noch monatelang mit wirtschaftlichen Folgen

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges gegen den Iran werden voraussichtlich noch monatelang zu spüren sein. Der Chef der Internationalen Energie-Agentur, Fatih Birol, sprach von "vielen Monaten, wenn nicht Jahren", die eine Normalisierung dauern werde. Energieanalysten hoben die Lage bei Flüssigerdgas (LNG) hervor: Viele Produktionsanlagen in Nahost seien beschädigt. Der Reeder Hapag-Lloyd, kündigte an, die Straße von Hormus vorerst weiter zu meiden.

Nach Feuerpausen-Einigung: Sofortige Preissenkungen an Tankstellen bleiben aus

Nach der Einigung auf eine Feuerpause im Iran-Krieg sind Hoffnungen auf sofortige Preissenkungen an den deutschen Tankstellen enttäuscht worden. Am Mittag stiegen die Diesel- und Benzinpreise am Mittwoch erneut um gut fünf und knapp sechs Cent, wie der ADAC mitteilte. Die Bundesregierung mahnte "Realismus" an: Die Lage auf den Weltmärkten für Energie sei weiterhin unsicher. Die Debatte um mögliche Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher lief weiter.

Textgröße ändern: