Deutsche Tageszeitung - Medienbericht: Viele Bahnmitarbeiter zweifeln an internen Warnsystemen

Medienbericht: Viele Bahnmitarbeiter zweifeln an internen Warnsystemen


Medienbericht: Viele Bahnmitarbeiter zweifeln an internen Warnsystemen
Medienbericht: Viele Bahnmitarbeiter zweifeln an internen Warnsystemen / Foto: © AFP/Archiv

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn zweifeln einem Medienbericht zufolge an den Systemen, über die Lokführer Störungen oder potenzielle Gefahren melden können. 19 Prozent der in einer Gewerkschaftserhebung befragten Eisenbahner halten das System für "gar nicht verlässlich", wie die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag unter Berufung auf eine Umfrage der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) unter ihren Mitgliedern berichtete.

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34 Prozent der Befragten hielten die Systeme für "eher weniger verlässlich". 28 Prozent gaben "teils, teils" als Antwort an. Die Erhebung der Gewerkschaft ist dem Artikel zufolge eine Reaktion auf den internen Untersuchungsbericht einer Kanzlei zu dem Zugunglück mit fünf Toten bei Garmisch-Partenkirchen im Juni 2022. Ein pensionierter Fahrdienstleiter und ein Bezirksleiter stehen in dem Zusammenhang seit Ende Oktober in München vor Gericht.

Laut Gutachten waren schadhafte Betonschwellen die Hauptursache für das Unglück. Im Münchner Prozess am Landgericht geht es um die Frage, ob die Angeklagten eine Mitschuld tragen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bezirksleiter vor, die Betonschwellen trotz Hinweisen nicht frühzeitig ausgetauscht zu haben. Der Fahrdienstleiter soll am Vorabend des Unglücks den Hinweis eines Lokführers auf einen "Schlenkerer" im Gleis nicht weitergegeben haben.

In der GDL-Umfrage gaben fast 80 Prozent an, dass sie nie oder selten eine Rückmeldung zu ihren Meldungen erhielten. Sie wüssten also nicht, ob etwa Hinweise geprüft, Anlagen repariert oder Langsamfahrstellen eingerichtet wurden.

"Wer die Sorgen und Eindrücke der Eisenbahner ignoriert, riskiert, an der Realität vorbei zu entscheiden", zitiert die Zeitung GDL-Chef Mario Reiß. "Ohne verlässliche Informationsketten kann kein Vertrauen entstehen – und ohne Vertrauen funktioniert keine Sicherheitskultur", sagte er demnach weiter.

(U.Beriyev--DTZ)

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