Deutsche Tageszeitung - JD.com aus China sichert sich Mehrheit von über 85 Prozent an Mediamarkt-Saturn

JD.com aus China sichert sich Mehrheit von über 85 Prozent an Mediamarkt-Saturn


JD.com aus China sichert sich Mehrheit von über 85 Prozent an Mediamarkt-Saturn
JD.com aus China sichert sich Mehrheit von über 85 Prozent an Mediamarkt-Saturn / Foto: © AFP

Der chinesische Onlinehändler JD.com hat sich eine deutliche Mehrheit an der Ceconomy AG gesichert, der Muttergesellschaft der Elektrohändler MediaMarkt und Saturn. Wie Ceconomy am Dienstag in Düsseldorf mitteilte, stieg die Beteiligung von JD.com auf 59,8 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte. Zusammen mit dem verbleibenden Anteil von Convergenta, der Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals, ergebe sich damit eine Gesamtbeteiligung von 85,2 Prozent.

Textgröße ändern:

Ceconomy-Chef Kai-Ulrich Deissner äußerte sich erfreut, dass die Aktionäre der Empfehlung gefolgt seien, das Angebot von JD.com anzunehmen. Mit dem chinesischen Unternehmen als Partner lasse sich der eingeschlagene Wachstumskurs beschleunigen und die Position "als Europas führende Omnichannel-Plattform" für Unterhaltungselektronik weiter ausbauen.

Endgültig ist die Übernahme allerdings noch nicht. Zwar hatte das Bundeskartellamt im September bereits grünes Licht gegeben, da JD.com bislang "nur in sehr geringem Umfang in Deutschland aktiv" sei. Allerdings unterliegt der Abschluss des Übernahmeangebots Ceconomy zufolge noch außenwirtschaftsrechtlichen Freigaben sowie der Freigabe nach der EU-Verordnung über ausländische Subventionen. Erwartet wird der Abschluss demnach in der ersten Jahreshälfte 2026.

Ceconomy betreibt mit den Hauptmarken Mediamarkt und Saturn ein Filialnetz und ist außerdem im Onlinehandel tätig. JD.com ist nach Angaben des Kartellamts "Chinas größter Einzelhändler nach Umsatz und insbesondere in den Bereichen Onlinehandel und E-Commerce-Logistik aktiv". Ende Juli hatten der chinesische Konzern und Ceconomy mitgeteilt, dass eine "Investmentvereinbarung" zur Übernahme des Düsseldorfer Unternehmens durch JD.com geschlossen worden sei.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Nach Trump-Deal: Erster Tanker mit russischem Diesel unterwegs nach New York

Im Rahmen des umstrittenen Diesel-Lieferabkommens zwischen den USA und Russland ist ein erster mit russischem Diesel beladener Tanker auf dem Weg nach New York. Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker "Agioi Fanendes" befand sich am Freitag vor der Küste Helsinkis und führte New York als Zielhafen, wie das Analyseunternehmen Kpler mitteilte. Die Ukraine meldete unterdessen weiter anhaltende Ausfälle des von den USA zur Verfügung gestellten militärischen Kommunikationssystems Starshield.

Gekündigte Tarifverträge: Gewerkschaft droht Volkswagen mit "Eskalation"

Im Konflikt um den Sparkurs bei Volkswagen hat die Gewerkschaft IG Metall massive Streiks angekündigt, sollte der Autobauer die Kündigung von Tarifverträgen nicht zurücknehmen. Die Stimmung der Belegschaft habe "den Siedepunkt erreicht", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, am Freitag in Hannover. "Der Kredit des Vorstands ist längst aufgebraucht und alles deutet auf eine Auseinandersetzung hin, die größer werden könnte als alles das, was dieser Konzern jemals erlebt hat."

Bundesregierung will klimafreundlichen Umbau deutscher Raffinerien vorantreiben

Die Bundesregierung will die Raffinerie-Standorte in Deutschland langfristig sichern und den Umbau zur Produktion von klimafreundlicheren Energieträgern vorantreiben. "Unser Ziel sind Raffinerien, die sich zu modernen Produktionszentren entwickeln", sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Freitag zum Auftakt von Gesprächen mit Vertretern aus der Mineralölwirtschaft. Dafür brauche es erhebliche Investitionen.

Immobilienpreise stagnieren wegen hoher Zinsen - Mieten klettern weiter

Vor allem wegen hoher Zinsen sind die Preise für Wohneigentum in Deutschland im dritten Quartal fast auf dem selben Niveau verblieben - die Mietpreise aber kletterten weiter. Eigentumswohnungen kosteten 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, Ein- und Zweifamilienhäuser waren 0,4 Prozent teurer, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Freitag mitteilte. In den sieben teuersten Städten sanken die Preise für Wohnungen binnen eines Jahres sogar um fast ein Prozent, Häuser wurden mehr als zwei Prozent günstiger.

Textgröße ändern: