Deutsche Tageszeitung - Deutsche heizen sparsamer als vor Energiekrise - Fernwärme deutlich teurer

Deutsche heizen sparsamer als vor Energiekrise - Fernwärme deutlich teurer


Deutsche heizen sparsamer als vor Energiekrise - Fernwärme deutlich teurer
Deutsche heizen sparsamer als vor Energiekrise - Fernwärme deutlich teurer / Foto: © AFP/Archiv

Die Deutschen heizen weiter weniger stark als vor der Energiekrise. Nach dem am Mittwoch vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlichten Wärmemonitor blieb der Heizenergieverbrauch im Vorjahresvergleich nahezu konstant und lag damit weiter rund sieben Prozent unter dem Niveau von 2021. Die Studienmacher verglichen den Verbrauch temperaturbereinigt.

Textgröße ändern:

Studienautorin Sophie M. Behr erklärte, "der DIW-Wärmemonitor zeigt, dass viele Haushalte heute immer noch sparsamer heizen als vor der Energiekrise". Die Verbraucher hielten demnach an ihrem sparsameren Heizverhalten fest, obwohl die Energiepreise nicht mehr so stark anstiegen. So erhöhten sich die Preise laut DIW vergangenes Jahr noch um sechs Prozent - im Jahr davor waren es 20 Prozent, zu Beginn der durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine verursachten Energiekrise sogar 38 Prozent.

Deutlich erhöhte Preise mussten vergangenes Jahr der Studie zufolge allerdings Bezieher von Fernwärme zahlen, hier stiegen nach dem Auslaufen der Preisbremsen die Preise um 27 Prozent. Beim Gas stiegen die Preise demnach um fünf Prozent, beim Heizöl gab es einen Preisrückgang um zehn Prozent.

Behr erklärte, die extrem unterschiedliche Preisentwicklung zwischen Fernwärme und anderen Energieträgern könne die Akzeptanz der Wärmewende gefährden - dies aber zu Unrecht, da die Entwicklung nicht die langfristige Preisentwicklung widerspiegele.

So seien seit 2021 die durchschnittlichen Heizenergiepreise um 77 Prozent gestiegen, bei der Fernwärme aber nur um 67 Prozent. Neben Wärmepumpen spiele Fernwärme eine wichtige Rolle beim Erreichen der Klimaziele.

Rückläufig ist der Studie zufolge auch als Folge von Gebäudesanierungen weiterhin der CO2-Ausstoß durchs Heizen. Im Jahr 2024 seien die Emissionen um rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 18,8 Kilogramm pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche gefallen - temperaturbereinigt habe das Minus 2,8 Prozent betragen. Im Jahr 2010 lag der Ausstoß noch um etwa zehn Kilo pro Quadratmeter höher.

Für den Bericht wertete das DIW die Daten von etwa 173.000 Zwei- und Mehrparteienhäusern aus.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Gekündigte Tarifverträge: Gewerkschaft droht Volkswagen mit "Eskalation"

Im Konflikt um den Sparkurs bei Volkswagen hat die Gewerkschaft IG Metall massive Streiks angekündigt, sollte der Autobauer die Kündigung von Tarifverträgen nicht zurücknehmen. Die Stimmung der Belegschaft habe "den Siedepunkt erreicht", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, am Freitag in Hannover. "Der Kredit des Vorstands ist längst aufgebraucht und alles deutet auf eine Auseinandersetzung hin, die größer werden könnte als alles das, was dieser Konzern jemals erlebt hat."

Bundesregierung will klimafreundlichen Umbau deutscher Raffinerien vorantreiben

Die Bundesregierung will die Raffinerie-Standorte in Deutschland langfristig sichern und den Umbau zur Produktion von klimafreundlicheren Energieträgern vorantreiben. "Unser Ziel sind Raffinerien, die sich zu modernen Produktionszentren entwickeln", sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Freitag zum Auftakt von Gesprächen mit Vertretern aus der Mineralölwirtschaft. Dafür brauche es erhebliche Investitionen.

Immobilienpreise stagnieren wegen hoher Zinsen - Mieten klettern weiter

Vor allem wegen hoher Zinsen sind die Preise für Wohneigentum in Deutschland im dritten Quartal fast auf dem selben Niveau verblieben - die Mietpreise aber kletterten weiter. Eigentumswohnungen kosteten 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, Ein- und Zweifamilienhäuser waren 0,4 Prozent teurer, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Freitag mitteilte. In den sieben teuersten Städten sanken die Preise für Wohnungen binnen eines Jahres sogar um fast ein Prozent, Häuser wurden mehr als zwei Prozent günstiger.

Gewerkschaft droht vor Gespräch mit Volkswagen mit massivem Arbeitskampf

Vor einem Gespräch mit dem Volkswagen-Management hat die Gewerkschaft IG Metall dem Autobauer mit Streiks gedroht, sollte diese die Kündigung von Tarifverträgen nicht zurücknehmen. Die Stimmung der Belegschaft habe "den Siedepunkt erreicht", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger am Freitag in Hannover. "Der Kredit des Vorstands ist längst aufgebraucht und alles deutet auf eine Auseinandersetzung hin, die größer werden könnte als alles das, was dieser Konzern jemals erlebt hat."

Textgröße ändern: