Deutsche Tageszeitung - USA bringen Tanker vor Venezuela unter ihre Kontrolle

USA bringen Tanker vor Venezuela unter ihre Kontrolle


USA bringen Tanker vor Venezuela unter ihre Kontrolle
USA bringen Tanker vor Venezuela unter ihre Kontrolle / Foto: © US Attorney General Pam Bondi's X account/AFP

Die USA haben vor der Küste Venezuelas einen Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht. "Wir haben gerade einen Tanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt", sagte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch. Es handele sich um ein "sehr großes" Schiff. Nach Angaben der US-Regierung wurde der Tanker zum Transport von "sanktioniertem Öl aus Venezuela und dem Iran" genutzt. Venezuela verurteilte den Vorfall scharf und sprach von "Diebstahl".

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Ein von US-Justizministerin Pam Bondi im Onlinedienst X veröffentlichtes Video zeigt Soldaten, die sich von einem Hubschrauber aus auf das Deck des Tankers abseilen und anschließend mit erhobenen Gewehren die Brücke des Schiffes betreten. Der Tanker sei Teil eines illegalen Netzwerks zum Transport von sanktioniertem Öl, "das ausländische Terrororganisationen unterstützt", erklärte Bondi. US-Medien berichteten, der Tanker sei auf dem Weg nach Kuba gewesen und von der US-Küstenwache festgesetzt worden.

Das venezolanische Außenministerium verurteilte den "Diebstahl" und den "Akt internationaler Piraterie" auf das Schärfste. Venezuela ist Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und hat die größten Erdölreserven der Welt.

Der Vorfall bedeutet eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Venezuela. Die Trump-Regierung hatte seit September immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik angegriffen. Dabei wurden bislang mindestens 87 Menschen getötet. Beweise für eine Verbindung der versenkten Boote zum Drogenschmuggel legten die USA nicht vor.

Zudem brachten die USA Kriegsschiffe vor Venezuela in Stellung, darunter den größten Flugzeugträger der Welt. Der international isolierte venezolanische Präsident Nicolás Maduro vermutet dahinter US-Pläne zu seinem Sturz.

Trump sagte am Mittwoch in Weißen Haus, der beschlagnahmte Tanker sei der "größte, der je beschlagnahmt wurde". Es seien zudem "weitere Dinge im Gange", fügte der US-Präsident hinzu. Einzelheiten nannte er aber nicht.

Die Meldung über die Tanker-Beschlagnahme erfolgte wenige Stunden nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Trump nahestehende venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado. Machados Tochter Ana Corina Sosa Machado verlas bei der Preisverleihung stellvertretend eine Rede ihrer Mutter, in der die Oppositionspolitikerin Maduros Regierung "Staatsterrorismus" vorwarf. Sie rief die Venezolaner auf, "für die Freiheit zu kämpfen".

Trump hatte in den vergangenen Wochen gesagt, Maduros Tage seien "gezählt". Er verkündete zudem, er habe Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela "autorisiert", auch Angriffe an Land schloss er nicht aus.

Nach Berichten der "New York Times" und anderer Medien diskutierte Trump mit hochrangigen Militärvertretern bereits mehrfach verschiedene Szenarien. Ein sehr riskantes Szenario soll demnach vorsehen, venezolanische Ölfelder unter US-Kontrolle zu bringen.

Trump beschuldigt Maduro, seine Wiederwahl im Juli 2024 gefälscht zu haben sowie Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Anders als das Nachbarland Kolumbien produziert Venezuela keine Drogen im großen Stil, gilt aber als wichtiges Transitland.

Uruguay äußerte sich "sehr besorgt" über die zunehmenden Spannungen in der Region. Außenminister Mario Lubetkin sagte der Nachrichtenagentur AFP, sein Land bemühe sich "mit allen Mitteln" um einen Abbau der Spannungen. Kein Land in der Region habe ein Interesse an einer Eskalation. "Es hilft nicht den USA, es hilft nicht Venezuela, es hilft nicht Kolumbien, es hilft keinem von uns", sagte Lubetkin.

(V.Sørensen--DTZ)

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