Deutsche Tageszeitung - Japan: Regionalversammlung unterstützt Wiederinbetriebnahme von größtem Akw der Welt

Japan: Regionalversammlung unterstützt Wiederinbetriebnahme von größtem Akw der Welt


Japan: Regionalversammlung unterstützt Wiederinbetriebnahme von größtem Akw der Welt
Japan: Regionalversammlung unterstützt Wiederinbetriebnahme von größtem Akw der Welt / Foto: © JIJI Press/AFP/Archiv

Fast 15 Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima wird in Japan eine Wiederinbetriebnahme des größten Atomkraftwerks der Welt vorbereitet. Die Regionalversammlung der Präfektur Niigata stimmte am Montag dafür, das in der Region gelegene Akw Kashiwazaki-Kariwa wieder anfahren zu lassen. Die Versammlung billigte damit die von Gouverneur Hideyo Hanazumi im November erteilte Genehmigung für den Neustart der Anlage. Für die Inbetriebnahme bedarf es nun noch der Zustimmung der japanischen Nuklearaufsichtsbehörde.

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Die Anlage Kashiwazaki-Kariwa war wie alle japanischen Akw nach der Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 vom Netz genommen worden. Das ressourcenarme Japan bemüht sich jedoch seit einigen Jahren um eine Rückkehr zur Atomenergie, um seine Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe zu verringern. Bislang wurden insgesamt 14 Reaktoren, größtenteils im Westen und Süden des Landes, unter strengen Sicherheitsauflagen wieder in Betrieb genommen.

Japanischen Medienberichten zufolge plant der Betreiber des Akw Kashiwazaki-Kariwa, Tepco, noch in diesem Jahr einen Antrag auf Wiederinbetriebnahme bei der Atomaufsichtsbehörde einzureichen. Demnach will der Konzern einen der sieben Reaktoren des Akw um den 20. Januar herum in Betrieb zu nehmen.

Niigatas Gouverneur Hanazumi soll den japanischen Industrieminister Ryosei Akazawa am Dienstag treffen. Dabei will Hanazumi seine Unterstützung für den Neustart des Akw kundtun, wie der örtliche TV-Sender BSN berichtete. Japans Regierungschefin Sanae Takaichi hat sich für die Nutzung von Atomenergie ausgesprochen.

Das Akw Kashiwazaki-Kariwa wäre das erste Kraftwerk des Fukushima-Betreibers Tepco, das seit der Katastrophe wieder in Betrieb gehen würde. Die Atomanlage mit einer Fläche von 400 Hektar wurde mit einer 15 Meter hohen Mauer ausgestattet, die vor Tsunamis schützen soll.

Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima war kurz nach einem schweren Seebeben der Stärke 9,0 am 11. März 2011 von einem fast 15 Meter hohen Tsunami getroffen worden. Das Kühlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

(B.Izyumov--DTZ)

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