Deutsche Tageszeitung - GDL-Chef Reiß: Gehen "offen und konstruktiv" in Tarifverhandlungen mit der DB

GDL-Chef Reiß: Gehen "offen und konstruktiv" in Tarifverhandlungen mit der DB


GDL-Chef Reiß: Gehen "offen und konstruktiv" in Tarifverhandlungen mit der DB
GDL-Chef Reiß: Gehen "offen und konstruktiv" in Tarifverhandlungen mit der DB / Foto: © AFP/Archiv

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht nach den Worten ihres Vorsitzenden Mario Reiß "offen und konstruktiv" in die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB). Entscheidend für die Gewerkschaft sei, dass die Bahn die Beschäftigten "gehaltstechnisch wieder in die Mitte der Gesellschaft rückt", erklärte er am Donnerstag. Ein "langes, verantwortungsbewusstes Arbeitsleben" müsse auch "endlich" zu einer verlässlicheren Alterssicherung führen.

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GDL und DB begannen am Vormittag ihre Verhandlungen über neue Tarifverträge. Die Gewerkschaft fordert insgesamt acht Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten - im Einzelnen 3,8 Prozent mehr Lohn, eine Erhöhung der Zulagen um acht Prozent, die Einführung einer weiteren Lohngruppe sowie höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer. Dazu kommt etwa die Forderung nach einer Fahrtkostenentschädigung und einer Erhöhung des Mietkostenzuschusses.

"Die vergangenen Jahre waren geprägt von Inflation, explodierenden Lebenshaltungskosten und einem realen Kaufkraftverlust", betonte Reiß. Reallohnzuwächse bei früheren Tarifabschlüssen seien so "vollständig aufgezehrt" worden. Gleichzeitig wachse die Verantwortung der Beschäftigten stetig. Die Bahn soll mehr leisten für Mobilität, Klima und Versorgungssicherheit. Das funktioniere nur "mit motivierten, qualifizierten Fachkräfte, die fair entlohnt werden".

Es ist die erste Tarifrunde mit der DB mit Reiß als Verhandlungsführer; er ist der Nachfolger von Claus Weselsky. Die Gewerkschaft hoffe in den Gesprächen auch auf den neuen Wind, der unter der neuen DB-Chefin Evelyn Palla "scheinbar Einzug erhalten hat", erklärte Reiß. Der Ansatz der Gewerkschaft sei klar: "Kooperativ, wenn möglich - konfrontativ, wenn nötig."

GDL und DB hatten bereits im Vorfeld der Tarifverhandlungen eine zweimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht vereinbart - Streiks sind also bis Ende Februar ausgeschlossen. Insgesamt 14 Verhandlungstermine sind bis dahin bereits fest vereinbart. Sollte es bis Ende Februar kein Ergebnis geben, ist zudem angedacht, eine Schlichtung anzurufen. Dies Verfahren dauert erfahrungsgemäß einige Wochen.

(P.Hansen--DTZ)

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