Deutsche Tageszeitung - "Gutes Zeichen": Deutlich mehr Aufträge für die Industrie im November

"Gutes Zeichen": Deutlich mehr Aufträge für die Industrie im November


"Gutes Zeichen": Deutlich mehr Aufträge für die Industrie im November
"Gutes Zeichen": Deutlich mehr Aufträge für die Industrie im November / Foto: © AFP

Die Auftragslage im Verarbeitenden Gewerbe hat sich im November vor allem wegen steigender Militärausgaben deutlich verbessert: Das Ordervolumen stieg im Vergleich zum Vormonat um 5,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Das ist der dritte Anstieg in Folge, auch im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich ergibt sich so ein kräftiges Plus von 4,0 Prozent. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sprach von einem "guten Zeichen".

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Der Anstieg im November geht den Angaben der Statistiker zufolge im Wesentlichen auf Großaufträge in den Bereichen Metallerzeugnisse und Sonstiger Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) zurück. Moderate Zuwächse gab es demnach auch in den Bereichen elektrische Ausrüstungen, Maschinenbau und elektronische Geräte. Ohne Großaufträge stieg das Ordervolumen um 0,7 Prozent.

Viele neue Aufträge kamen dem Statistikamt zufolge aus den anderen Ländern der Eurozone. Hier gab es ein Plus von 8,2 Prozent. Auch die Inlandsaufträge legten um 6,5 Prozent zu. Bei den Aufträgen von außerhalb der Währungsunion gab es ein Plus von 2,9 Prozent.

"Bereits seit einigen Monaten führen Großaufträge - vor allem vor dem Hintergrund verteidigungswirtschaftlicher Beschaffungen - zu Ausschlägen bei den monatlichen Auftragseingängen", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. "Grundsätzlich verstetigt sich aber der Trend einer zunehmenden Nachfrage aus dem Inland sowie dem Euroraum." Darüber hinaus sei jedoch "angesichts der handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten" mit einer gedämpften Exportentwicklung zu rechnen.

Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), sieht in den Zahlen "ein weiteres Indiz, dass die steigenden Staatsausgaben im neuen Jahr die Wirtschaft ankurbeln werden". Für das vierte Quartal 2025 gehe er schon von einem "spürbaren Plus" aus.

"In den kommenden Monaten dürften Rüstungsbestellungen zu weiter steigenden Auftragseingängen führen", führte Dullien aus. "Der Bundestag hatte im Dezember Rüstungsbeschaffungen im Umfang von rund 50 Milliarden Euro beschlossen, die nun nach und nach umgesetzt werden." Das sei für die deutsche Industrie angesichts "der aggressiven Industrie- und Zollpolitik aus China und den USA" hoch willkommen.

"Der dritte Anstieg bei den Auftragseingängen in Folge ist ein gutes Zeichen", erklärte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen. "Ohne die Berücksichtigung der insbesondere rüstungsgetriebenen Großaufträge fallen die Zuwächse allerdings deutlich bescheidener aus." Die Talsohle scheine erreicht, ein Aufschwung in der Industrie sei aber kein Selbstläufer.

(O.Tatarinov--DTZ)

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