Deutsche Tageszeitung - Pflicht zur Kennzeichung der Haltungsform bei Schweinefleisch kommt später

Pflicht zur Kennzeichung der Haltungsform bei Schweinefleisch kommt später


Pflicht zur Kennzeichung der Haltungsform bei Schweinefleisch kommt später
Pflicht zur Kennzeichung der Haltungsform bei Schweinefleisch kommt später / Foto: © AFP/Archiv

Die Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung der Haltungsform beim Verkauf von Schweinefleisch aus Deutschland ist um zehn Monate auf Anfang 2027 verschoben worden. Der Bundestag in Berlin stimmte am Donnerstag für die von der Regierungskoalition aus Union und SPD eingebrachte entsprechende Änderung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes. Darin war bislang der 1. März 2026 als Starttag festgelegt, nun ist es der 1. Januar 2027.

Textgröße ändern:

Es ist bereits die zweite Verschiebung des Starts der verpflichtenden Kennzeichung. Das Gesetz trat bereits im August 2023 noch unter der Vorläuferegierung in Kraft. Ursprünglich war darin der 1. August 2025 als Starttermin vorgesehen. Die derzeitige Regierungskoalition will mit der Verschiebung nach eigenen Angaben Zeit zur Überarbeitung des Gesetzes gewinnen. Demnach soll es praxistauglicher werden. Aus den Ländern hatte es Kritik am Bürokratieaufwand des Gesetzes gegeben.

Das Gesetz bezieht sich derzeit nur auf frisches Schweinefleisch aus Deutschland, das verpackt oder unverpackt in den Handel kommt. Beim Verkauf soll die Haltungsform ersichtlich sein - also etwa, ob Tiere im Stall oder auf Weiden gehalten wurden. Es gibt fünf Stufen. Für Schweinefleisch aus dem Ausland sowie andere Fleischsorten gilt es bislang nicht. Freiwillige Angaben der Hersteller sind aber möglich.

Tatsächlich sind freiwillige Angaben zur Haltungsform im deutschen Lebensmittelhandel bereits weit verbreitet - und finden sich unter anderem auch auf Hühner- sowie Rindfleich, Eiern und Milchprodukten. Es gibt entsprechende Siegel, die durch eine gemeinsame Initiative von Einzelhandelsketten, Erzeugern sowie Lebensmittelherstellern vergeben werden.

Parallel arbeiten große deutsche Supermarktketten seit einigen Jahren an einer Umstellung ihres Sortiments auf höhere Haltungsstufen. Aldi kündigte bereits 2023 an, bis 2030 nur noch Fleisch- und Wurstwaren aus höchsten Haltungsstufen anzubieten. Lidl und Edeka kündigten in den vergangenen Monaten an, ihr Angebot an Molkereiprodukten höherer Haltungsstufen auszuweiten. Die Firmen verweisen auf Kundenwünsche. Tierwohl und Transparenz seien zunehmend wichtige Einkaufskriterien.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Verkehrsminister Bilger will Boni von Bahnmanagern an Ziele knüpfen

Der Vorstoß von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für eine Kopplung der Bonuszahlungen für Bahnmanager an das Erreichen konkreter Ziele ist auf große Zustimmung gestoßen. Vertreter von SPD und Grünen sowie des Fahrgastverbandes ProBahn begrüßten die Initiative. Bilger kündigte in der "Bild am Sonntag" an, den Druck auf die Führungsebene des Konzerns erhöhen zu wollen. "Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahn-Managern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden."

Bericht: Trotz Sanierung nur jeder vierte Zug zwischen Hamburg und Berlin pünktlich

Trotz fast elfmonatiger Generalsanierung ist die Pünktlichkeit auf der dicht befahrenen Bahnstrecke Hamburg–Berlin einem Medienbericht zufolge massiv eingebrochen. Von Mitte Juni bis Mitte Juli 2026 seien nur noch 25,8 Prozent aller Fernzüge pünktlich an ihr Ziel gekommen, berichtete die "Bild". Vor Beginn der Sanierung lag der Wert demnach noch bei 49,6 Prozent. Grund für die eingebrochene Pünktlichkeit seien andauernde Restarbeiten, die die Züge unterwegs immer wieder ausbremsten.

Dobrindt will Forschung zur Drohensicherheit in Deutschland ausbauen

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will nach dem Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen die Forschung zur Drohnensicherheit in Deutschland ausbauen. "Das Wettrüsten der Drohnentechnologie erfordert eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten zu können", sagte Dobrindt der "Bild am Sonntag". Am 18. August solle am Testflughafen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt in Sachsen-Anhalt eine neue Forschungseinrichtung für Drohnensicherheit errichtet werden.

DAK-Analyse: ADHS-Neudiagnosen bei Kindern deutlich gestiegen

Die Zahl der ADHS-Neudiagnosen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2024 gab es im Vergleich zum Vorjahr 16 Prozent mehr Diagnosen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern bis einschließlich 17 Jahren: Dies zeigt eine aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Hochgerechnet wurde damit 2024 bundesweit bei rund 202.000 jungen Menschen erstmals ADHS diagnostiziert.

Textgröße ändern: