Deutsche Tageszeitung - Vertreter von EU und Mercosur-Staaten unterzeichnen Handelsabkommen

Vertreter von EU und Mercosur-Staaten unterzeichnen Handelsabkommen


Vertreter von EU und Mercosur-Staaten unterzeichnen Handelsabkommen
Vertreter von EU und Mercosur-Staaten unterzeichnen Handelsabkommen / Foto: © AFP

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Samstag in Paraguay das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay unterzeichnet. Neben Paraguays Präsident Santiago Peña nahmen auch Uruguays Präsident Yamandú Orsi und Argentiniens Präsident Javier Milei an der Zeremonie in Paraguays Hauptstadt Asuncion teil. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ließ sich von seinem Außenminister Mauro Vieira vertreten.

Textgröße ändern:

"Wir entscheiden uns für fairen Handel statt Zöllen, wir entscheiden uns für eine produktive, langfristige Partnerschaft statt Isolation", sagte von der Leyen, bevor sie ihre Unterschrift unter das Abkommen setzte. Paraguays Präsident Peña sagte, das Abkommen setze in einem "von Spannungen geprägten globalen Szenario" ein "klares Signal für internationalen Handel".

EU-Ratspräsident António Costa, der zusammen mit von der Leyen nach Paraguay reiste, sagte, das Abkommen sende "eine Botschaft der Verteidigung von regelbasiertem Freihandel, Multilateralismus und Völkerrecht als Grundlage für die Beziehungen zwischen Ländern und Regionen" aus. Damit stehe es im Gegensatz zur "Nutzung des Handels als geopolitische Waffe", fügte Costa mit Blick auf die Handels- und Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hinzu.

Das Abkommen soll nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen eine der weltweit größten Freihandelszonen schaffen. Die Zölle auf mehr als 90 Prozent aller zwischen den EU- und den Mercosur-Ländern gehandelten Waren sollen wegfallen. Während die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik exportieren, liefern die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe nach Europa.

Nach der Unterzeichnung müssen die vier südamerikanischen Staaten sowie das Europaparlament den Text noch ratifizieren. Erwartet wird, dass das Abkommen bis Ende des Jahres in Kraft treten kann.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Chef der Energieagentur: Iran-Krieg wird geopolitische Lage im Energiebereich ändern

Die aktuelle Energiekrise infolge des Iran-Kriegs wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) die geopolitische Lage im Energiebereich "grundlegend verändern". IEA-Direktor Fatih Birol sagte der französischen Zeitung "Figaro" vom Dienstag, die aktuelle Krise sei "schwerwiegender als die Krisen von 1973, 1979 und 2022 zusammen". Es gebe aber auch "Gründe für Optimismus": So werde die Energiekrise etwa den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen.

Statistik: Altersunterschied zwischen erstem und zweitem Kind im Mittel 3,1 Jahre

Zwischen der Geburt des ersten und des zweiten Kindes einer Mutter lagen in Deutschland im Jahr 2024 im Mittel 3,1 Jahre. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden anlässlich des Tags der Geschwister am 10. April mit. In Ostdeutschland war der Abstand zwischen den zwei Erstgeborenen mit 3,8 Jahren größer als im Westen mit 3,0 Jahren.

Justizministerin Hubig fordert Entkriminalisierung des Schwarzfahrens

Angesichts überlasteter Gerichte und Gefängnisse plädiert Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) für ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung des Schwarzfahrens. "Aus meiner Sicht sprechen gute Gründe für eine Entkriminalisierung", sagte Hubig der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag. "Die Verfahren binden viele Ressourcen in der Justiz, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten."

Ifo-Umfrage: Geschäftsklima in der Autoindustrie im März leicht verschlechtert

Das Geschäftsklima in der deutschen Autoindustrie hat sich im März etwas verschlechtert. Der vom Ifo ermittelte Indikator fiel von minus 15,7 Punkten im Februar auf minus 18,7 Punkte, wie das Münchner Institut am Dienstag mitteilte. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage demnach "deutlich schlechter" als im Februar - ihre Geschäftserwartungen dagegen stiegen.

Textgröße ändern: