Deutsche Tageszeitung - Deutliches Auftragsplus für die Bauwirtschaft - Branche erwartet Wachstum

Deutliches Auftragsplus für die Bauwirtschaft - Branche erwartet Wachstum


Deutliches Auftragsplus für die Bauwirtschaft - Branche erwartet Wachstum
Deutliches Auftragsplus für die Bauwirtschaft - Branche erwartet Wachstum / Foto: © AFP

Nach Jahren der Krise beginnt sich die Bauwirtschaft zu erholen: Am Jahresende verzeichneten die Unternehmen der Branche laut dem Statistischen Bundesamt ein deutliches Auftragsplus. Im November wuchs der reale Auftragseingang im Vergleich zum Oktober um 8,5 Prozent. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hatte bereits zu Beginn der Woche einen positiven Ausblick auf 2026 gegeben - er rechnet mit "Wachstum in allen Sparten".

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Im November legten die Aufträge im Hochbau um 7,2 Prozent zu, die im Tiefbau sogar um 10,1 Prozent, wie das Statistikamt meldete. Im Dreimonatsvergleich stiegen die Aufträge von September bis November um 5,1 Prozent im Hochbau und um 2,6 Prozent im Tiefbau.

Auch im Vergleich zum November 2024 legten die Aufträge im Hochbau zu, und zwar um 9,5 Prozent. Im Tiefbau gingen sie dagegen leicht um 0,4 Prozent zurück. Das liegt laut Bauindustrieverband vor allem am Ausschreibungsstopp bei der Autobahn GmbH. Er war Ende Juli 2025 aufgehoben worden - "es dauert aber ziemlich lang, bis die Aufträge kommen".

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) erklärte, vor allem die Auftragsentwicklung im Wohnungsbau habe sich im Jahresverlauf "spürbar" stabilisiert. Im Wohnungsbau, der zum Hochbau gehört, seien die Aufträge im November um circa zwölf Prozent gestiegen. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass das Ausgangsniveau sehr niedrig war, gab ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa zu bedenken.

Der Umsatz der Branche stieg in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres preisbereinigt um 2,1 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte. Laut ZDB wuchs der Umsatz auf rund 108 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten nahm um 1,3 Prozent zu.

ZDB-Hauptgeschäftsführer Pakleppa erklärte: "Die Zahlen machen Mut, sind aber kein Selbstläufer." Er forderte "verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und konjunkturelle Impulse". Bund und Länder müssen die Kommunen als wichtigsten öffentlichen Auftraggeber mit genügend Investitionsmitteln, auch aus dem Sondervermögen, ausstatten.

Der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, hatte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kürzlich gesagt, das Jahr 2026 werde "mit Sicherheit sehr viel besser als das alte Jahr". Der Wohnungsbau werde um zwei Prozent zulegen, der Wirtschaftsbau um vier Prozent und der öffentliche Bau um 1,5 Prozent.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, erwartet, dass der Bau im laufenden Jahr eine wichtige Rolle "dafür spielen wird, dass sich die deutsche Wirtschaft aus der Rezession herausarbeitet." Der Bau könne "sogar zum Wachstumsmotor werden".

(U.Stolizkaya--DTZ)

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