Deutsche Tageszeitung - Ifo-Studie: Reformen für nachhaltige Rente finden wenig Zustimmung in Bevölkerung

Ifo-Studie: Reformen für nachhaltige Rente finden wenig Zustimmung in Bevölkerung


Ifo-Studie: Reformen für nachhaltige Rente finden wenig Zustimmung in Bevölkerung
Ifo-Studie: Reformen für nachhaltige Rente finden wenig Zustimmung in Bevölkerung / Foto: © AFP/Archiv

Die Bevölkerung in Deutschland lehnt mehrheitlich Reformen ab, die die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung stärken würden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Studie des Ifo-Instituts in München. Für diese wurde in einer Umfrage die Zustimmung zu zwei Reformoptionen erhoben: Erstens ein an die Lebenserwartung gekoppeltes Rentenalter und zweitens eine Reduzierung der Rentenanstiege, so dass diese weniger stark steigen als Löhne und Gehälter.

Textgröße ändern:

Auf einer Skala von 0 (stimme gar nicht zu) bis 10 (stimme voll zu) lagen die durchschnittlichen Zustimmungswerte für die beiden Reformmaßnahmen demnach bei zwischen zwei und drei.

Gleichzeitig sollten die Befragten schätzen, wie viele Wahlberechtigte 55 Jahre oder älter beziehungsweise 25 Jahre oder jünger sind. "Die Befragten schätzen den Unterschied zwischen den über 55-Jährigen und den unter 25-Jährigen auf etwa 25 Prozentpunkte", erklärte Ifo-Forschungsdirektorin Lisa Windsteiger dazu. Tatsächlich seien es 38 Prozentpunkte.

"Eine Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung und eine stärkere Begrenzung der Rentenanstiege sind notwendig, aber nicht sehr populär", betonte Ifo-Forscher Mathias Dolls. "Zudem unterschätzen die Befragten die ungleiche Altersstruktur der Wahlberechtigten in Deutschland."

Diese sei durch einen hohen Anteil älterer Wählerinnen und Wähler gekennzeichnet, führte Dolls aus. "Dadurch drohen die Interessen der jungen Generation im politischen Prozess zu wenig Beachtung zu finden."

Befragt wurden 4900 Erwachsene im Rahmen eine Online-Verfahrens. Die Befragung fand bereits zwischen Oktober und November 2021 statt und wurde nach Angaben des Instituts im Zuge der aktuellen Debatte über die Rente nun aufbereitet. Vorschläge, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln oder die Rentenanstiege zu begrenzen, hatten im vergangenen Jahr an Fahrt aufgenommen. Anfang Januar nahm eine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission ihre Arbeit auf, die Reformvorschläge erarbeiten soll.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Forscher: Tausende OpenAI-KI-Agenten kapern deutsche Website

Tausende autonome KI-Agenten des US-Technologieunternehmens OpenAI haben einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung zufolge eigenmächtig eine deutsche Programmierer-Website gekapert. Auf der frei bearbeitbaren Plattform DSEwiki hinterließen sie demnach rund 18.000 Beiträge, in denen sie Antworten auf Testfragen und Tipps zum Umgehen digitaler Sicherheitsbarrieren austauschten.

US-Arbeitsmarkt im August robuster: Trump droht Notenbank Fed

Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich im August robuster erwiesen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im vergangenen Monat um 162.000, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Präsident Donald Trump nannte die Zahlen "großartig" und erhöhte zugleich den Druck auf die Zentralbank Fed, den Leitzins zu senken.

Ohne Lenkrad und Pedale: US-Verkehrsbehörde nimmt Teslas Robotaxi unter die Lupe

Das selbstfahrende Cybercab von Tesla hat die US-Verkehrsbehörde auf den Plan gerufen. Die Nationale Behörde für Straßen- und Verkehrssicherheit (NHTSA) äußerte zum Start des Robotaxi-Angebots am Freitag Zweifel, dass ein Auto ohne Lenkrad, Pedale und Spiegel die bundesweiten Vorschriften erfüllt. Tesla hatte sein Cybercab wie in den USA üblich selbst zertifiziert.

US-Unternehmen schaffen im August mehr Arbeitsplätze

Unternehmen in den USA haben im August mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im vergangenen Monat um 162.000, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das Weiße Haus kommentierte die Zahlen in Onlinenetzwerken mit einem Foto von Präsident Donald Trump, der die Faust in die Höhe reckt.

Textgröße ändern: